Zahlen per Karte immer mehr im Trend

Wie eine Studie der Eurohandelsinstitutes (EHI) zeigt, zahlen deutsche Konsumenten immer häufiger mit Karte. Der Trend hin zum "Plastikgeld" geht einher mit der Tendenz mehr und teurere Produkte bargeldlos zu kaufen. Für viele Konsumenten entscheidet die Möglichkeit des Einsatzes von Karten über die Wahl des Geschäftes, so die Studie.

06.10.2004, 15:07 Uhr
Geld sparen© c / Fotolia.com

Bisher zahlte der typisch deutsche Konsument seine Waren an der Kasse mit Bargeld. Diese Gewohnheit verliert jedoch zunehmend Zulauf, wie das EHI nun in einer gemeinsamen Studie mit dem Kreditkartenanbieter VISA belegte. Immer mehr Rechnungen werden an den Kassen im Supermarkt oder Kaufhaus etwa per Kredit- oder Cashkarte gezahlt. Die Untersuchung macht auch deutlich, dass nicht nur die Frequenz der Kartenzahlungen zunimmt, sondern dass der Konsument bei Einsatz einer Karte mehr und vor allem auch teurer einkaufe.

Die Studie basiert dabei auf Kundenbefragungen in zehn Handelsketten aus den Bereichen Drogerie/Parfümerie, Textilmärkte, Lebensmitteleinzelhandel, Baumärkte sowie Waren-/Kaufhäuser. Erstmals wurden dabei von den Einzelhändlern auch die Bondaten zur Verfügung gestellt. Laut Studie beträgt der Anteil der Kartenzahlumsätze im deutschen Einzelhandel mittlerweile insgesamt 30,5%, wovon 17,3 % auf das EC-Lastschriftverfahren, 7 % auf EC-Cash, 5% auf Kreditkarten und 1,2% auf Handelskarten entfallen. Trotz stagnierender Umsätze nehme der Anteil der bargeldlosen Zahlungsarten immer mehr zu, so das EHI. Für 2006 prognostiziert das Institut, dass 38% des gesamten Umsatzes im Einzelhandel mit Karte getätigt werden.

Vor allem bei konsumfreudigen Kunden seien Karten beliebt: Beträge über 50 Euro begleichen 54,3% der Konsumenten mit EC-Maestro-Karte (47,3%) oder Kreditkarte (7%). Visa kommt daher zur folgenden Einschätzung: "Kartenzahler sind eine besonders attraktive Klientel für den Einzelhandel. Sie verfügen über ein überdurchschnittliches Einkommen und geben beim Einkaufen dementsprechend mehr Geld aus. Auch wenn die Mehrheit der Kunden im Einzelhandel noch bar zahlt – die Umsatzbedeutung der Kartenzahler ist überproportional hoch".

Die Statistiken zeigen zudem, dass es für Einzelhändler ökonomisch durchaus Sinn mache, sich um Kunden aus der Gruppe der Kartenzahler zu bemühen, so das EHI. Deren Bereitschaft, mehr und teurere Produkte zu kaufen, schlägt sich im Umsatz deutlich nieder. So lag der durchschnittliche Warenkorb im Lebensmitteleinzelhandel bei 41,30 Euro. Barzahler gaben im Durchschnitt 32,30 Euro aus. Kunden, die mit Debitkarte zahlten, kauften im Mittel für 56,50 Euro ein, Kreditkartenzahler sogar für 60,90 Euro. Noch deutlichere Unterschiede ermittelte die Studie bei Einkäufern im Baumarkt. Der errechnete Durchschnittsbetrag von 50,90 Euro verteilte sich wie folgt: Am ausgabefreudigsten zeigten sich erneut die Kreditkartenzahler. Sie erstanden im Durchschnitt Waren im Wert von 93,50 Euro. Dahinter folgten die Debitkartenzahler mit 85,10 Euro und die Barkäufer mit nur 36,90 Euro.

Für 56,4% der Kunden, die Debit- oder Kreditkarte bevorzugen, ist die Möglichkeit mit Karte zu zahlen wichtig für die Wahl der Einkaufstätte. 22% der Kartenzahler würden gar das Geschäft wechseln, wenn der Händler keine bargeldlose Zahlung anböte. Den Einzelhändlern entginge somit eine besonders zahlungskräftige Klientel, denn 60% aller befragten Konsumenten entschieden sich schon vor dem Einkauf für eine Zahlungsart, was folglich die Wahl ihrer Einkaufsstätte beeinflusste, so das Resümee der Studie. - cs

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