Direktbanken

Russland-Sanktionen: Keine Gefahr für deutsche Sparer

Für deutsche Kunden russischer Direktbanken besteht nach der Verhängung neuer EU-Sanktionen wegen des Ukraine-Konflikts kein Grund zur Sorge. Darauf hat die Stiftung Warentest am Freitag hingewiesen. Die in der EU tätigen Töchter der betroffenen Kreditinstitute seien von den Strafmaßnahmen ausgenommen.

Einlagensicherung© cirquedesprit / Fotolia.com

Berlin (AFP/dpa/red) - Außerdem seien die Gelder der Kunden bei den EU-Töchtern russischer Banken durch die Einlagensicherung der jeweiligen Mitgliedstaaten geschützt. "Das Geld bei diesen Banken ist sicher", erklärte die Stiftung.

Bankinstitute konkret

Konkret bezogen sich die Verbraucherschützer auf Kunden der VTB und der Sberbank. Deutsche VTB-Kunden seien rechtlich betrachtet Kunden der österreichischen VTB Direktbank in Wien. Dabei handle es sich um eine eigenständige VTB-Tochter, die auch im Fall von finanziellen Problemen der Muttergesellschaft nicht direkt betroffen wäre und zusätzlich auch der österreichischen Finanzaufsicht und Einlagensicherung unterliege. Gleiches gelte für die Denizbank, der österreichischen Direktbanktochter der Sberbank.

Ebenfalls keine Sorgen müssen sich demnach Kunden der Amsterdam Trade Bank (ATB) machen, bei der es sich um eine ebenfalls auf dem deutschen Markt aktive Tochter der russischen Alfa-Bank-Gruppe handelt. Alfa-Bank ist nicht von den Sanktionen betroffen, da sich diese nur gegen Kreditinstitute richten, die sich überwiegend in Staatsbesitz befinden. Das ist bei ihr nicht der Fall.

Günstige Bedingungen bei russischen Banken

Die Auslands-Ableger russischer Kreditinstitute bieten Tagesgeld- und Festgeldkonten zu relativ attraktiven Bedingungen an, was sie für deutsche Sparer angesichts des Niedrigzinsumfelds interessant macht. Die Stiftung Warentest führt diese nach eigenen Angaben "seit Jahren" auf ihrer Bestenliste für solche Angebote.

Die Stiftung wies ferner darauf hin, dass Sparer mit einem "mulmigen Gefühl" Tagesgeld jederzeit abziehen könnten. Bei Festgeld sei dies in der Regel nicht der Fall, ergänzte die Organisation. Nur bei der Denizbank bestehe die Möglichkeit einer vorzeitigen Kündigung. Diese müsse allerdings mit einem Zinsverzicht und einer Bearbeitungsgebühr von zehn Euro erkauft werden.

Auf Einlagensicherung achten

Grundsätzlich sollten Verbraucher unbedingt auf die Einlagensicherung des Geldinstituts achten. "Die Gelder, die Sparer diesen Geldinstituten anvertraut haben, unterliegen den EU-Vorschriften zur Einlagensicherung", erklärt Lars Hofer vom Bankenverband. Danach sind 100.000 Euro pro Sparer geschützt. Im Fall einer Insolvenz des Geldinstituts springt im Zweifel der Staat ein, in dem die Bank ihren Sitz hat. Auch wenn die Kundengelder relativ sicher sind: "Kunden sollten die Entwicklung im Blick behalten", rät Lars Hofer vom Bundesverband deutscher Banken.

Selbst wenn ein anderes Land im Rahmen einer Einlagensicherung für die Gelder geradesteht, kann es sich unter Umständen lange hinziehen, bis Kunden entschädigt werden. Das zeigte sich etwa 2008 zum Beginn der Finanzkrise beim Kollaps der isländischen Kaupthing-Bank: Anleger mussten damals längere Zeit warten, bis sie an ihr Geld kamen. Die derzeitigen Regeln zur Einlagensicherung in der Europäischen Union gelten seit 2011.

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