Stitung Warentest

Kurzinfos zu Fonds: Wenig Info, viele Floskeln

Die seit einem Jahr vorgeschriebenen Informationsblätter für Vermögensanlagen genügen allesamt nicht den gesetzlichen Anforderungen, so das Ergebnis einer Untersuchung von Stiftung Warentest und dem Verbraucherzentrale Bundesverband.

Finanzen© Francesco Ridolfi / Fotolia.com

Berlin (AFP/red) - Sie kommen zu dem Schluss, dass solche Anlagen ohne weitergehende Schutzvorschriften für Privatanleger nicht geeignet sind.

Ein romantisches Hotel am See, ein riesiger Airbus A380, eine umweltfreundliche Solaranlage - an solchen Objekten können sich auch Privatleute beteiligen. Das Risiko ist allerdings groß, 50 bis 70 Prozent aller in den vergangenen 20 Jahren aufgelegten geschlossenen Fonds hätten nach Expertenschätzung Kapitalverluste erlitten, sagte die Finanzexpertin des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv), Dorothea Mohn. 90 Prozent hätten ihre Anlageziele nicht erreicht. Im schlimmsten Fall verliert ein Anleger all sein Geld.

Maximal drei Seiten für den Beipackzettel

3,8 Milliarden Euro wurden nach Angaben Mohns im vergangenen Jahr in geschlossene Fonds gesteckt. Seit Juni 2012 müssen Anbieter solcher Vermögensanlagen ein Informationsblatt zur Verfügung stellen, das in kurzer und verständlicher Form alle wesentlichen Fakten zu dem Anlageprodukt, seinen Chancen und Risiken, den Kosten und Provisionen enthält. Der Beipackzettel darf nicht länger als drei DIN-A4-Seiten sein.

Stiftung Warentest prüfte im März die damals vorhandenen 67 Kurzinformationen. Bei 17 verstießen die Anbieter gegen die Pflicht, sie auch auf ihrer Webseite zu veröffentlichen - holten dies auf Nachfrage allerdings teilweise nach.

Nur ein Blatt beschreibt ausführlich das Produkt

Bei 24 Kurzinfos kontrollierten die Tester, ob die Informationspflichten umgesetzt waren; doch lediglich ein Info-Blatt beschrieb das Anlageprodukt zumindest grundsätzlich im Detail. In der Stichprobe waren fünf geschlossene Immobilienfonds, fünf geschlossene Ökofonds, neun weitere geschlossene Fonds sowie fünf Genussrechte, stille Beteiligungen und Namensschuldverschreibungen.

Die Info-Blätter enthielten "viele juristische Wortfloskeln, wenig Informationen", die Inhalte seien viel zu allgemein gehalten, sagte der wissenschaftliche Leiter Geldanlage bei der Stiftung Warentest, Stephan Kühnlenz. Geschäftsrisiken würden nur vage beschrieben. Bei einem Hotel etwa fehlten Angaben zu Standort, Zimmerzahl, Betreiber oder geplanten Auslastung. Bei einer Solaranlage wurden weder Standort noch erwartete Stromproduktion genannt.

Nebenkosten werden gern verschwiegen

Bei den Kosten würden oft nur die fondsabhängigen Kosten genannt, Kaufnebenkosten wie Maklergebühren oder Notarhonorare würden meist verschwiegen, kritisierte Kühnlenz. "Kosten sind aber oft eine entscheidende Größe für die Beurteilung einer Investition."

Mangelhafte Informationen und auch Falschberatung blieben bei geschlossenen Fonds "ein Thema", sagte Mohn. Ein unabhängiger Kaufpreis, der an der Börse gebildet werde, fehle. Hinzu komme das Risiko eines Totalverlustes. Die Aufsicht liege bei Gewerbeämtern und Industrie- und Handelskammern, nicht bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungen (BaFin).

Für Privatanleger ungeeignet

Der vzbv fordert daher, den aktiven Vertrieb solcher Vermögensanlagen an Privatanleger ganz zu verbieten. Bei Empfehlung oder Vermittlung solcher Anlagen sollte es gesetzlich vorgeschrieben sein, dass Privatanleger nur höchstens fünf Prozent ihres freien Vermögens investieren dürfen. Nötig seien zudem einheitliche Standards für die Info-Blätter, so dass Anleger die Anlagen auf einen Blick vergleichen können, sagte Mohn.

Der vzbv schlägt zudem einen Warnhinweis wie auf Zigarettenverpackungen vor: "Die Anlage kann mit einem Totalverlust verbunden sein und ist nur für Anleger geeignet, die einen solchen Totalverlust finanziell tragen können. Die Beteiligungen eignen sich nicht zur Altersvorsorge."

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