Rote Zahlen

Jeder fünfte Bankkunde nutzt seinen Dispo

Jeder fünfte Bankkunde gerät mit seinem Girokonto hin und wieder in den roten Zahlen. Im Jahresschnitt liegt das Minus bei gut 1000 Euro. Trotz anhaltender Niedrigzinsphase sind diese kurzfristigen Kredite aber bei vielen Instituten immer noch sehr teuer.

Kreditkarten Vergleich© goodluz / Fotolia.com

München (AFP/red) - Die Mehrheit der Bankkunden hat die Geldflüsse auf dem Girokonto offenbar gut im Griff: Nur knapp jeder fünfte Kunde mit einem Dispokredit greift einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" vom Montag zufolge auf diesen zurück.

Mit insgesamt zwölf Milliarden Euro stehen die privaten Lohn-, Gehalts-, Renten-, und Pensionskonten dem Bericht zufolge in den roten Zahlen. Bei den einzelnen Kunden, die ihr Girokonto überziehen, beläuft sich das Minus im Jahresschnitt auf 1043 Euro, wie die Zeitung unter Berufung auf eine Untersuchung der FMH-Finanzberatung aus Frankfurt am Main und des Düsseldorfer Finanzexperten Udo Keßler berichtete. Diese hatten demnach 28 Banken und Sparkassen zum Thema Dispo- und Überziehungskredit befragt.

Disporahmen wird meist eingehalten

Die überwiegende Mehrheit der Kunden hält den Ergebnissen zufolge den erteilten Disporahmen ein: 96 Prozent der Bankkunden agierten innerhalb des von der Bank gewährten Kreditrahmens. Nur jeder 25. Dispo-Nutzer verschulde sich über die Obergrenze hinaus, berichtete die Zeitung. Im Schnitt werde dabei das Limit aber nur um 207 Euro überschritten.

Gewollte Intransparenz?

Die Konditionen für Dispo- und Überziehungskredit finden Kunden der Untersuchung zufolge bisweilen nur im Kleingedruckten. "Bei manchen Geldhäusern muss man leider von einer gewollten Intransparenz sprechen", sagte Keßler der Zeitung. So hätten beispielsweise bei einer Bank die Zinssätze für Dispokredite nicht etwa direkt bei den Konditionen für die Girokonten gestanden, sondern nur im Preis- Leistungsverhältnis. Auch die Stiftung Warentest hatte in der Vergangenheit eine mangelnde Transparenz in Sachen Dispozinsen kritisiert.

Die neue Untersuchung zeige zudem, dass viele Banken trotz der anhaltenden Niedrigzinsphase immer noch zweistellige Dispozinsen verlangten, schreibt die Zeitung weiter. Im Juli 2013 lag demnach der durchschnittliche Dispozins, den die FMH-Finanzberatung wöchentlich bei ausgewählten Instituten ermittelt, bei 10,45 Prozent. Im Juli 2014 habe der Wert bei glatten zehn Prozent gelegen.

Hohe Zinszuschläge

Auch die Zinszuschläge bei einer Überziehung des Dispos seien mit bis zu 5,5 Prozent immer noch sehr hoch. Auf diese Zinszuschläge verzichten dem Bericht zufolge mittlerweile aber einige Banken, nachdem die Stiftung Warentest einen groß angelegten Vergleich von fast 1600 Banken veröffentlicht und die hohen Zinsen angeprangert hatte. Dabei wäre Keßler zufolge ein Komplett-Verzicht auf den Überziehungsaufschlag noch nicht einmal nötig: "Die Institute können den Zinszuschlag für die Überziehung ruhig beibehalten, wenn sie dafür die Dispozinsen kräftig auf deutlich unter zehn Prozent senken würden", schlug der Finanzexperte vor.

Grundlegendes

Dispo- und Überziehungszinsen werden fällig, wenn ein Bankkunde kein Geld mehr auf dem Girokonto hat, es aber weiter belastet wird. Zunächst gewährt die Bank in der Regel einen Dispositionskredit - kurz: Dispokredit oder Dispo. Dieser ermöglicht eine begrenzte Überziehung. Limit sind oft zwei oder drei Monatsgehälter. Für Überziehungen in diesem Rahmen gilt der Dispozinssatz. Wird das Konto weiter überzogen, fallen Überziehungszinsen an. Diese liegen in der Regel mehrere Prozentpunkte höher.

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