Hintergrund

Deutsche Banken schreiben griechische Anleihen ab

Insgesamt stand Griechenland nach Angaben der Deutschen Bundesbank in Frankfurt am Main bei deutschen Geldhäusern Ende Juni mit 17 Milliarden Euro in der Kreide. Mittlerweile sind sie um rund eine Milliarde gesunken - hauptsächlich durch deutliche Wertberichtigungen der großen Privatbanken auf die bei ihnen in den Büchern geführten Staatsanleihen.

10.10.2011, 16:17 Uhr
Geldanlage© fox17 / Fotolia.com

Frankfurt/Main (dapd/red) - Die Schulden des griechischen Staates machen damit 12,7 Prozent der gesamten Forderungen deutscher Banken an Länder der Eurozone aus. Zum Vergleich: Die höchsten Forderungen überhaupt an einen einzelnen Staat bestehen gegenüber Italien: 33 Milliarden Euro, ein Anteil von 24,6 Prozent.

KfW ist der größte Gläubiger

Den bei weitem größten Anteil der Auslandsforderungen an Griechenland hält die staatliche Förderbank KfW. Er lag zur Jahresmitte bei 8,4 Prozent, wurde nach Angaben der Bank von Montag inzwischen mit der Zahlung einer weiteren Kredittranche im Sommer um fünf Milliarden Euro auf aktuell 13,4 Milliarden Euro erhöht. Es handelt sich dabei um die bilateralen Hilfskredite, die die KfW im Auftrag und unter Garantie des Bundes an Griechenland auszahlt. Weitere Zahlungen werden folgen. Das Eigenrisiko der KfW gegenüber Griechenland beziffert die Bank auf lediglich 250 Millionen Euro.

Größter Einzelgläubiger unter den Großbanken ist die Commerzbank. Das zu einem Viertel verstaatlichte Geldhaus nennt per Ende Juni ein Engagement von 2,2 Milliarden Euro in griechischen Staatsanleihen, nachdem es im zweiten Quartal 700 Millionen Euro auf die Papiere abgeschrieben hat.

Die Deutsche Bank und die griechischen Anleihen

Die Deutsche Bank hatte zum Halbjahr noch griechische Anleihen im Wert von 1,154 Milliarden in den Büchern stehen. Darin sind mit der Postbank übernommene Außenstände bereits eingeschlossen. Im zweiten Quartal 2011 schrieb die größte deutsche Privatbank 155 Millionen Euro ab, im dritten Quartal weitere 250 Millionen Euro, wie sie vor wenigen Tagen in einem Ausblick auf das dritte Quartal mitteilte.

Bankchef Josef Ackermann erklärte, dass damit die gesamten Forderungen der Deutschen Bank über alle Laufzeiten auf den Marktwert angepasst seien. In den Büchern stehen die Griechenpapiere noch mit 900 Millionen Euro, etwa der Hälfte ihres Nominalwertes, wie es hieß. Sollte es also zu einem Schuldenschnitt Griechenlands um 50 Prozent kommen, hätte die Deutsche Bank keinen weiteren Korrekturbedarf.

Über fünf Milliarden Schulden bei den Landesbanken

Weitere 5,2 Milliarden Euro an griechischen Staatsanleihen verteilen sich im wesentlichen auf die Landesbanken. Nicht berücksichtigt in den Zahlen der Bundesbank sind Anleihen über 7,4 Milliarden Euro, die früher direkt und indirekt in den Büchern der inzwischen zwangsverstaatlichten Hypo Real Estate zu finden waren. Sie sind zur Abwicklungsanstalt FMS Wertmanagement abgeschoben, die zur Bundesanstalt für Finanzmarktstabilisierung gehört, welcher auch der Bankenrettungsfonds SoFFin untersteht. Für diesen Teil der griechischen Schulden muss notfalls der deutsche Steuerzahler direkt einstehen.

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