Rote Zahlen

Deutsche Bank schockt mit dickem Verlust

Tiefrote Zahlen bei der Deutschen Bank: Das Kreditinstitut hat im letzten Quartal des vergangenen Jahres unter dem Strich einen Verlust von 2,2 Milliarden Euro gemacht. Damit fiel das Minus deutlich höher aus als von Experten erwartet. Dennoch legte der Aktienkurs zu.

Finanzen© svort / Fotolia.com

Frankfurt/Main (dapd/red) - Der Konzernumbau und Rechtsstreitigkeiten kosteten die Bank mehrere Milliarden, wie Deutschlands größtes Geldhaus am Donnerstag in Frankfurt am Main mitteilte. Im gesamten Jahr 2012 brach der Gewinn nach Steuern gegenüber dem Vorjahr um 3,6 Milliarden auf 700 Millionen Euro ein. Während das eigentliche Bankgeschäft sich positiv entwickelte, stiegen die Sonderaufwendungen enorm an. Allein die Anwalts- und Prozesskosten schlugen mit 1,6 Milliarden Euro zu Buche.

Ärger mit der Justiz

Die Bank hat mehrfach Ärger mit der Justiz. So gibt es den Verdacht des Umsatzsteuerbetrugs und der Zinsmanipulation. Außerdem verlor die Bank im Dezember den Rechtsstreit mit den Erben des verstorbenen Medienmanagers Leo Kirch. Eine Schadenersatzzahlung in Milliardenhöhe droht. Die genaue Summe muss noch festgelegt werden.

Außerdem belastete die Integration der Postbank weiter. Bereinigt um Sondereffekte steigerte die Bank ihren Vorsteuergewinn von 4,9 Milliarden Euro. Die Erträge legten 2012 gegenüber dem Vorjahr leicht um 500 Millionen auf 33,7 Milliarden Euro zu.

Die beiden Vorstandsvorsitzenden Jürgen Fitschen und Anshu Jain sprachen von der "umfassendsten Umgestaltung der Deutschen Bank in der jüngeren Zeit". So will die Bank bis 2015 die jährlichen Kosten um 4,5 Milliarden Euro reduzieren. Vor allem im Investmentbanking werden zahlreiche Arbeitsplätze gestrichen.

"Wohlüberlegter, aber manchmal unbequemer Wandel"

"Mit der Initiierung der Strategie '2015+' im September haben wir einen wohlüberlegten, aber manchmal unbequemen Wandel auf den Weg gebracht, um langfristig und nachhaltig erfolgreich zu sein", sagten Fitschen und Jain. "Gleichzeitig haben wir einen grundlegenden kulturellen Wandel in der Bank eingeleitet. Diese Aufgabe wird uns nicht nur die nächsten Monate, sondern über Jahre hinweg beschäftigen."

Die ersten Ergebnisse des Konzernumbaus bezeichneten die beiden "als ermutigend". Die Kernkapitalquote sei deutlich erhöht worden. Außerdem hätten die Geschäftsbereiche "starke operative Ergebnisse" erzielt.

Wegen des Gewinneinbruchs müssen die Mitarbeiter mit deutlich niedrigeren Bonuszahlungen als in der Vergangenheit rechnen. Die variable Vergütung für das Gesamtjahr verringerte sich im Verhältnis zu den Erträgen auf neun Prozent und fiel damit auf den tiefsten Stand seit langem, wie die Bank mitteilte. Die Dividende will die Deutsche Bank jedoch konstant halten bei 0,75 Euro je Aktie.

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    Dividende

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