Trend

Das Vertrauen der Deutschen in die Aktie kehrt zurück

Niedrige Sparzinsen und die anhaltende Euro-Schuldenkrise lassen Aktien für deutsche Anleger wieder interessant erscheinen. Die Zahl der Aktionäre nahm im ersten Halbjahr 2012 um 1,5 Millionen zu, wie das Deutsche Aktieninstitut am Dienstag in Frankfurt am Main mitteilte.

07.08.2012, 16:35 Uhr
Finanzen© Sonia Boukaia-Murari / fotolia.com

Frankfurt/Main (AFP/red) - Insgesamt 10,2 Millionen Deutsche, also 15,7 Prozent der Gesamtbevölkerung, seien am Aktienmarkt aktiv. Die Aktionärsquote in Deutschland erreichte damit fast wieder das Niveau von 2007. Nach dem Tiefstand der Aktionärszahlen Ende 2010 seien inzwischen mehr als zwei Millionen Anleger zurückgewonnen worden, teilte das Institut mit. "Die seit der Finanzmarktkrise verloren gegangenen deutschen Anleger in die Aktie sind wieder zurückgekehrt", erläuterte Institutsdirektor Franz-Josef Leven die von TNS-Infratest erhobenen Zahlen.

Von einer endgültigen Stabilisierung könne aber erst gesprochen werden, wenn die Zahl der Aktienanleger auch in Zeiten unverändert hoch bleibe oder weiter steige, in denen die Renditeaussichten weniger hoch seien. Das Deutsche Aktieninstitut ist ein Verband deutscher Finanz- und Börsenunternehmen.

Reine und indirekte Aktionäre

Von den knapp 10,2 Millionen deutschen Aktienbesitzern sind 2,9 Millionen reine Aktionäre, die ausschließlich direkt in Aktien investieren. 5,3 Millionen Anleger sind sogenannte indirekte Aktionäre, die nur Anteile an Aktienfonds halten. 2,0 Millionen halten sowohl Aktien als auch Aktienfonds-Anteile. Im Rekordjahr 2001 hatten monatlich im Schnitt 12,8 Millionen Deutsche ihr Geld in Aktien oder Aktienfonds angelegt.

Verantwortlich für die deutliche Zunahme im ersten Halbjahr 2012 seien zwei Faktoren, erklärte das Deutsche Aktieninstitut. Angesichts der immer noch ungelösten Staatsschuldenkrise in Europa und der damit einhergehenden Inflationsangst werde der Aktie ebenso wie der Immobilie hohe Sicherheit beigemessen. Die Aktie werde als Sachwert geschätzt, erklärte Leven.

Die attraktiven Renditen

Außerdem seien die Renditen durch die Dividenden der Aktien attraktiv: Im Schnitt seien knapp über vier Prozent zu erreichen. Allein die 30 Unternehmen des Deutschen Aktienindex (Dax) schütteten in diesem Jahr insgesamt 27,82 Milliarden Euro an ihre Aktionäre aus. Hingegen kann mit festverzinslichen Anlageformen derzeit meist noch nicht einmal ein Inflationsausgleich erzielt werden. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte Anfang Juli den Leitzins für die Euro-Zone auf ein Allzeit-Tief von 0,75 Prozent gesenkt. Dies führte für Sparer zu teilweise noch schlechteren Zinsen für ihre Einlagen.

Ein wichtiger Grund für die jüngsten Entwicklungen ist dem Institut zufolge der Wiederanstieg der Zahl der Belegschaftsaktionäre. Von den Direktanlegern sind demnach 875.000 reine Belegschaftsaktionäre. Überdurchschnittlich wuchs laut Deutschem Aktieninstitut in den vergangenen Jahren vor allem die Zahl der Belegschaftsaktionäre, die neben Firmenanteilen auch noch andere Aktien besitzen: Von 257.000 im zweiten Halbjahr 2010 wuchs sie um 332.000 auf 589.000 im ersten Halbjahr 2012 an, was einer Steigerung um 129,2 Prozent entspreche.

Wie in Frankreich und Großbritannien müsse die Belegschaftsaktie deutlich stärker steuerlich gefördert werden, forderte das Deutsche Aktieninstitut. Dann könnten noch mehr Arbeitnehmer sie zur privaten Altersvorsorge und Vermögensbildung nutzen.

Erfahren Sie mehr zum Thema:
  • EZB

    Leitzins

    Wer sich Geld leihen oder Geld anlegen möchte, der kommt mit zwangsweise mit Zinsen in Kontakt. Diese werden jedoch nicht willkürlich von jeder Bank festgelegt, sondern orientieren sich am Leitzins. Was genau das ist, lesen Sie hier!

    weiter
  • Geld sparen

    Zinsen

    Zinsen zahlt man auf Kredite oder bekommt Sie für angelegtes Geld - das weiß jeder. Doch Zins ist nicht immer Zins und man sollte einige Dinge wissen, bevor man einen Vertrag beim Kreditinstitut unterschreibt. Was erklären wir!

    weiter
Weitere News zu diesem Thema
Geldanlage

Tagesgeld Rechner

Einlagensicherung

Immer verfügbar und eine bessere Verzinsung als auf Girokonten oder Sparbüchern: Tagesgeld ist ideal als kurzfristige Geldanlage

Zum Tagesgeldkonto-Vergleich
Konto

Günstiges Girokonto finden

Onlinebanking

Bei den Kontogebühren zeigen sich oftmals erhebliche Unterschiede zwischen den Banken. Vergleichen tut Not!

Girokonto-Vergleich
Zins-Vergleich

Ratenkredite im Vergleich

Zinsen

Neues Auto, neue Möbel? Mit einem Ratenkredit bekommen Sie die nötige Finanzspritze. Jetzt Konditionen vergleichen:

Ratenkredit-Vergleich