Miese Stimmung

Brasiliens Wirtschaft leidet unter WM-Aus

Das Debakel der brasilianischen Kicker bei den letzten Spielen der Heim-WM hat das Land in eine Schockstarre versetzt. Experten der DZ Bank sind überzeugt: Die Stimmung von Verbrauchern und Unternehmern ist endgültig im Keller. Das bremse die ohnehin schwache Konjunktur.

Geldstapel© Otto Durst / Fotolia.com

Frankfurt/Main (dpa/red) - Die bitteren Niederlagen der Seleção bei der Fußball-WM haben die angeschlagene Wirtschaft Brasiliens nach einer Analyse in eine Schockstarre versetzt. "Brasilien erlebt nach der Fußball-WM gerade grenzenlosen Frust und Enttäuschung", schrieb DZ-Bank-Chefvolkswirt Stefan Bielmeier am Dienstag in einem Blog-Beitrag. Ernüchternde Wirtschaftsdaten gepaart mit der Niederlage auf dem Fußballfeld sorgten dafür, dass die Stimmung bei Brasiliens Verbrauchern und Unternehmen düster bleibe.

Stimmungstief verhindert Erholung der Konjunktur

Das ganze Land habe den Titel herbeigesehnt und müsse nun eine Riesenenttäuschung verkraften, erklärten Analysten der DZ Bank. Das Stimmungstief verhindere schon länger eine schnelle und nachhaltige Konjunkturerholung: "Dies gilt nun erst Recht angesichts der kollektiven 'Schockstarre', in die das Land nach der traumatischen Niederlage seiner Fußball-Nationalelf im WM-Halbfinale gefallen ist."

Wenig Schwung trotz WM-Vorbereitung

Schon im Auftaktquartal 2014 habe Brasiliens Wirtschaftsleitung mit einem Plus von 0,2 Prozent zum Vorquartal kaum mehr als stagniert. Und das trotz reger Bautätigkeit, weil Fußballstadien und andere Großbaustellen noch rechtzeitig fertiggestellt werden mussten. Während das zweite Quartal nach Meinung der Experten keine nennenswerte Konjunkturbeschleunigung gebracht haben dürfte, komme nun der Frust hinzu: "Die Stimmung in der Wirtschaft ist schlecht."

Schnelle Impulse vom Staat seien unwahrscheinlich, weil das durch hohe Ausgaben für die WM gewachsene Budgetdefizit die Fiskalpolitik bremse. Und die Notenbank könne die hohen Leitzinsen von derzeit 11,0 Prozent nicht senken, weil die Inflation seit 2012 hartnäckig über 6 Prozent verharre und im Juni sogar auf 6,5 Prozent stieg. Die DZ-Bank-Experten erwarten daher für das dritte und vierte Quartal bestenfalls eine mäßige Beschleunigung des Wachstums.

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