Verivox

573 Banken zahlen keine Zinsen aufs Tagesgeld

Tagesgeld wird als Geldanlage zunehmend unattraktiver: Immer mehr Banken zahlen wenige bis gar keine Zinsen mehr bei Tagesgeldkonten. Verivox hat die Preisverzeichnisse von 573 Banken und Sparkassen verglichen.

09.02.2021, 12:40 Uhr
Geld sparen© cirquedesprit / Fotolia.com

Im anhaltenden Zinstief wird es für Sparer immer schwerer, noch Erträge zu erzielen. Nach einer aktuellen Verivox-Analyse zahlen inzwischen 573 Banken und Sparkassen überhaupt keine Zinsen mehr aufs Tagesgeld. Das ist die höchste Zahl, die Verivox bei seinen regelmäßigen Marktauswertungen je erhoben hat. Nullzinsen sind kein Naturgesetz, sagen die Experten. Bei Top-Banken gäbe es noch immer 0,45 Prozent Tagesgeldzinsen.

Nullzinsen bei 79 Prozent der Banken

Für seine Analyse hat Verivox die Preisverzeichnisse von 721 Banken und Sparkassen ausgewertet. Davon bieten 573 Institute einen Tagesgeldzinssatz von 0,00 Prozent – das entspricht einem Anteil von 79 Prozent. Vor gut einem Jahr – im Januar 2020 – lag der Anteil der Nullzins-Banken noch bei 63 Prozent, berichtet Verivox weiter

Ausgewertet wurden die angebotenen Tagesgeldzinsen bei einer Anlagesumme von 10.000 Euro. Die Zinssätze wurden auf die zweite Nachkommastelle gerundet. Unter den Nullzins-Angeboten fänden sich deshalb auch Tagesgelder mit einem Zinssatz von 0,001 Prozent. Bei dieser Verzinsung würde es 10 Jahre dauern, bis eine Tagesgeldanlage von 10.000 Euro einen Euro Zinsen abwirft.

Symbolische Verzinsung bei 81 Banken

Darüber hinaus zahlten 81 Banken und Sparkassen 0,01 Prozent aufs Tagesgeld und böten damit ebenfalls nur eine symbolische Verzinsung. Auch der durchschnittliche Tagesgeldzins läge mit 0,02 Prozent nur knapp über der Nulllinie.

"Im historischen Nullzins-Zeitalter haben es Verbraucher immer schwerer, mit ihren Ersparnissen noch Zinserträge zu erzielen", sagt Oliver Maier, Geschäftsführer der Verivox Finanzvergleich GmbH. "Anders als Negativzinsen, die zunächst nur für Neukunden gelten, treffen Null- und Niedrigst-Zinsen alle Sparer."

Was sind die Alternativen zum Tagesgeldkonto?

Doch Verbraucher hätten Alternativen. Auch im aktuellen Marktumfeld seien Nullzinsen kein Naturgesetz. Top-Banken mit Sitz im europäischen Ausland zahlten 0,45 Prozent auf Tagesgeld. Bei deutschen Anbietern könnten Sparer bis zu 0,21 Prozent einstreichen. Wer sein Geld für zwei Jahre fest anlege, erhalte bei Banken im europäischen Ausland in der Spitze 1,25 Prozent und bei deutschen Instituten bis zu 0,8 Prozent Zinsen.

Langfristig orientierte Anleger sollten aber auch Alternativen am Aktienmarkt ins Auge fassen, rät Oliver Maier: "Wer in einen breit gestreuten Index wie den MSCI World investiert und seine Anteile mindestens 15 Jahre lang gehalten hat, war noch nie im Minus und konnte sich im Schnitt über mehr als 7 Prozent Rendite im Jahr freuen."

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