Versicherungen-News 16.06.2011
Gegen Elemente schützen
Zu wenige Unternehmen gegen Elementarschäden versichert
In Bayern sind noch immer zu wenige Unternehmen ausreichend gegen Elementarschäden wie Starkregen und Hochwasser versichert. Mit der Kampagne "Voraus denken - elementar versichern" will das bayerische Wirtschaftsministerium dem entgegenwirken. Zudem müsse ein Umdenken bei den Bürgern stattfinden.
München (dapd-bay/red) - Gerade einmal zehn Prozent der rund 400.000 Unternehmen im Freistaat hätten eine Elementarschadenversicherung abgeschlossen, sagte Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP). Ändern soll das die Kampagne "Voraus denken - elementar versichern". Sollten mit dem im Februar 2009 aus der Taufe gehobenen ersten Teil noch vorwiegend private Haus- und Wohnungsbesitzer zum Abschluss solcher Versicherungen angeregt werden, zielt der nun vorgestellte zweite Teil speziell auf Unternehmer ab.
Versicherungsquote bei Privatleuten auf 17 Prozent gestiegen
Zeil: "Eine gute Absicherung der Gebäude ist das A und O. Jeder Einzelne ist hier gefordert, ausreichend Eigenvorsorge zu betreiben." Seit Beginn der Kampagne sei die Versicherungsquote auf 17 Prozent gestiegen. Der gewerbliche Sektor hinke hinterher. Zwar investiere der Freistaat jährlich rund 160 Millionen Euro in den Hochwasser- und Katastrophenschutz, sagte Zeil. Der Staat springe bei Naturkatastrophen aber nur ein, wenn es sich um nicht versicherbare Schäden handelt. Für Unternehmen könne beispielsweise ein Hochwasserschaden schnell existenzbedrohend sein. Infolge des Klimawandels müsse mit zunehmenden Naturgefahren gerechnet werden.
Gefahr von Starkregen häufig unterschätzt
Zeil erinnerte daran, dass es in Bayern allein seit 1999 fünf große Hochwasser gegeben habe, daneben die Schneekatastrophe in Ostbayern 2006 und mehrere große Stürme, allen voran der Orkan "Kyrill" 2007. "Die Gefahr von Starkregen wird häufig unterschätzt." Der Vorstandsvorsitzende der Versicherungskammer Bayern, Friedrich Schubring-Giese, unterstrich: "In den Köpfen der Menschen ist die Feuergefahr. Wir müssen in die Köpfe bringen, dass Elementargefahren mittlerweile doppelt so hoch sind wie die Feuergefahr." Schäden infolge von Starkregen machten mittlerweile die Hälfte der Schadensereignisse und die überwiegende Mehrheit der Überschwemmungsschäden aus.
Hoher Nachholbedarf bei kleinen Unternehmen
Das Vorstandsmitglied der Allianz Versicherungs-AG, Walter Tesarczyk, machte insbesondere bei Klein- und Kleinstunternehmen "großen Nachholbedarf" aus. Auch Banken sollten beim Abschluss von Kreditverträgen nach einer Elementarschadenversicherung fragen. Die Kosten für eine solche Versicherung seien nach Angaben der Versicherungs-Experten nicht allzu groß. Für ein mittleres Gewerbe - berechnet werden die Kosten nach der jeweiligen Betriebsart - fielen 150 bis 160 Euro im Jahr an. Ein mittleres Häuschen in Bayern zu versichern koste etwa 60 bis 80 Euro pro Jahr.
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