Lageberichte

Versicherer überschütten Öffentlichkeit mit Informationen

Erstmal müssen Versicherungsunternehmen auch Berichte zur Solvabilität und Finanzlage vorlegen. Kunden und Anleger wurden zum Stichdatum mit Informationen überschüttet. Experten warnen davor, die Solvenzquoten als ausschlaggebendes Kriterium für die Kaufentscheidung zu nutzen.

Finanzen© svort / Fotolia.com

München/Frankfurt - Mit einer regelrechten Informationsflut haben Europas Versicherungsunternehmen Kunden und Anleger überschwemmt. Mehr als 100 Seiten zu Geschäftsmodell und Finanzlage legten manche Unternehmen bis Montagmittag im Internet vor. Die Assekuranzen mussten die Öffentlichkeit erstmals darüber informieren, ob sie Extremereignissen wie massiven Kursturbulenzen an den Kapitalmärkten oder dramatischen Naturkatastrophen gewachsen sind.

"Fristgerecht zum 22. Mai haben gut 350 deutsche und mehrere tausend europäische Versicherungsunternehmen erstmals ihren Bericht zur Solvabilität und Finanzlage vorgelegt", erklärte der Branchenverband GDV am Montag.

Berichte sollen eigentlich für mehr Transparenz sorgen

Die Veröffentlichungen sollen Aufsichtsbehörden, Maklern, Aktionären und Verbrauchern einen besseren Einblick in die Finanzlage und die Widerstandskraft der Unternehmen geben. Ein zentraler Punkt sind die sogenannten Solvenzquoten. Sie geben Aufschluss darüber, wie ein Versicherer extreme Ereignisse verkraften würde. Eine Quote von unter 100 Prozent gilt als kritisch.

Quoten-Vergleich sagt wenig aus

Der Versicherungsriese Allianz erfüllte die verschärften Kapitalanforderungen in seinem deutschen Lebensversicherungsgeschäft locker. Auch ohne die Anwendung von Übergangsregeln erreichte die Allianz Leben Ende 2016 eine Quote von 379 Prozent, wie die Allianz Deutschland am Montag mitteilte.

Ein Vergleich der Quoten einzelner Versicherer ist allerdings schwierig, weil es neben Übergangsregeln auch unterschiedliche Berechnungsmodelle gibt. "Die bloße Quote ist ungeeignet als Vergleichsinstrument und kein Kriterium für eine schnelle Kaufentscheidung", hatte Deutschlands oberster Versicherungsaufseher Frank Grund gewarnt.

Ergebnisse von Huk-Coburg und Ergo Leben

Die ersten Unternehmen legten schon vor dem Wochenende umfangreiches Material vor. Die Huk-Coburg etwa legte für jede ihrer Töchter mehr als 100 Seiten vor. Ähnlich umfassend war das Werk der Ergo Leben. Die LVM Lebensversicherungs-AG kam mit 61 Seiten aus.

So lagen die zum Munich-Re-Konzern gehörenden Versicherer Ergo Leben und Victoria Leben Ende 2016 einschließlich Übergangsmaßnahmen um ein Vielfaches über der kritischen Marke. Die Ergo Leben kam auf 328 Prozent, die Victoria sogar auf 683 Prozent.

Ohne Übergangsregeln hätte die Ergo Leben 100 Prozent erreicht. Die Huk Leben kam auf 282 Prozent, ohne die mildernden Vorschriften läge sie bei 109 Prozent.

Experte versichert Nutzen - Branche kritisiert hohen Aufwand

"Die Fachöffentlichkeit kann durchaus mit den Berichten arbeiten", sagte Henning Kühl, Chefversicherungsmathematiker Policen-Direkt-Gruppe, die bestehende Policen ankauft. In Einzelfällen könne man sogar erkennen, dass die Unternehmen eine breitere Öffentlichkeit erreichen wollten.

Allein in Deutschland müssen rund 350 Assekuranzen, die unter die strengeren europäischen Regeln ("Solvency II") fallen, entsprechende Informationen veröffentlichen. Die Branche kritisiert den aus ihrer Sicht hohen Aufwand, der mit der Erstellung der künftig jährlichen Berichte verbunden sei.

Quelle: DPA

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