Versicherungen-News 10.11.2010

Zufrieden mit drittem Quartal

Munich Re erhöht Gewinnprognose auf 2,4 Milliarden Euro

Die weltgrößte Rückversicherung Munich Re profitiert vom Rückenwind des Kapitalmarktes und hat ihre Jahresprognose kräftig angehoben. Weil die bisher angepeilten 2,0 Milliarden Euro schon Ende Oktober in der Kasse waren, verkündete Finanzchef Jörg Schneider am Dienstag 2,4 Milliarden Euro Gewinn als neues Ziel.

München (dapd/red) - Das dritte Quartal sei "sehr erfreulich" gelaufen, sagte Schneider. Die Erstversicherung mit der Ergo-Gruppe sowie die Kapitalanlagen lieferten glänzende Ergebnisse. Und die Rückversicherung hatte nach einem katastrophalen ersten Halbjahr endlich einmal viel "Glück gehabt", wie Vorstand Torsten Jeworrek erklärte. Die Hurrikan-Saison war zwar eine der stärksten der letzten 100 Jahre. Aber die Wirbelstürme drehten kurz vor der amerikanischen Küste wieder ab aufs Meer hinaus ab.

Mit einem Quartalsgewinn von 761 Millionen Euro kam die Munich Re in den ersten neun Monaten bereits auf einen Überschuss von 1,955 Milliarden Euro. Der Konzern profitierte dabei stark von der "günstigen Entwicklung an den Kapitalmärkten", wie Schneider erklärte. Noch hoch verzinste Wertpapiere im Depot brachten einen Wertzuwachs und Verkaufsgewinne. Aber die jetzt niedrigen Zinsen "dämpfen die Aussichten auf künftige Erträge", sagte Schneider. Nächstes Jahr erwartet die Munich Re einen Gewinn "leicht unter" den 2,4 Milliarden Euro im laufenden Jahr - und deutlich unter den 2,56 Milliarden Euro des vergangenen Jahres.

Die gebeutelte Rückversicherung hat im dritten Quartal Boden gut gemacht: Die Schaden-Kosten-Quote war erstmals positiv. Ein Erdbeben in Neuseeland mit einem Schadensanteil von 230 Millionen Euro war die einzig größere Belastung aus Naturkatastrophen. Und die Lebens-Rückversicherung konnte neue Großverträge abschließen. Aber die wichtigste Säule, die Schaden-Unfall-Versicherung, hat nach dem Erdbeben von Chile und der Explosion der Ölbohrinsel vor der US-Küste nach neun Monaten immer noch eine um die Hälfte höhere Schadenslast aus Katastrophen als in normalen Jahren. Der Gewinnbeitrag der Rückversicherung blieb deshalb mit 1,66 Milliarden Euro hinter den 1,87 Milliarden Euro des Vorjahreszeitraums zurück.

Versicherung Ergo kommt gut voran

Dagegen machte Ergo kräftige Sprünge nach vorn. Die Beitragseinnahmen stiegen um sieben Prozent, vor allem dank vieler Einmalbeiträge in die Lebensversicherungen und eines starken Wachstums im deutschen Schaden-Unfall-Geschäft. Die Schaden-Kosten-Quote blieb trotz Flutschäden in Polen gut. Und so vervierfachte sich das Ergebnis seit Januar auf 301 Millionen Euro. "Ein Anstieg in sämtlichen Segmenten - die Erstversicherung bietet ein durchweg erfreuliches Bild", lobte Schneider.

In den ersten neun Monaten stiegen die Beitragseinnahmen des Konzerns vor allem dank der Erstversicherung um fast 10 Prozent auf 34,0 Milliarden Euro. Die Hälfte des Zuwachses ist währungsbedingt. Im Gesamtjahr erwartet die Munich Re 44 bis 46 Milliarden Euro Umsatz. Während das versicherungstechnische Ergebnis mit 1,46 Milliarden um 0,4 Milliarden Euro kleiner ausfiel, warfen Kapitalanlagen 7,3 Milliarden Euro ab und damit 1,5 Milliarden mehr als in den ersten neun Monaten des Vorjahres.

Die Munich Re habe den größten Teil ihrer Anlagen in festverzinsliche Wertpapiere investiert - vor allem in deutsche und US-Staatsanleihen, erklärte der Finanzchef. "Wir sehen keine Inflation in einem überschaubaren Zeitraum", sagte er. Der Ausblick werde aber von den weiter niedrigen Zinsen geprägt. Der Aktienanteil im Munich-Re-Depot ist mit knapp 4 Prozent klein, weil die Finanzaufsicht für Aktien eine hohe Absicherung durch Eigenkapital vorschreibt. Für den Rückkauf eigener Aktien habe die Munich Re bisher etwa eine halbe Milliarde investiert, bis zur nächsten Hauptversammlung stehe noch eine weitere halbe Milliarde dafür zur Verfügung, sagte Schneider.

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