Versicherungen-News 15.12.2010

Trotz höherer Einnahmen

Krankenkassen Sterben geht auch 2011 weiter

Das Kassensterben wird anhalten. Bis Ende 2012 werden mindestens weitere 20 gesetzliche Krankenversicherungen vom Markt verschwinden, langfristig könnte ihre Zahl sogar auf unter 100 sinken. Das ergibt eine aktuelle Markteinschätzung von Steria Mummert Consulting.

In den vergangenen zwei Jahren hat sich die Zahl der Kassen bereits von 216 auf 163 verringert. Nirgendwo gab es damit so viele Fusionen wie in dieser Branche, so Steria Mummert Consulting. Zwar hat der Gesetzgeber den Krankenkassen finanziell für 2011 erst einmal Luft verschafft. Doch spätestens 2012 werden viele Versicherungen mit ihrem Geld nicht mehr auskommen.

Für sie wird es in den kommenden beiden Jahren daher darum gehen, ihre Finanzkraft durch Fusionen zu verstärken. Zumal die Alternative – eine Erhebung von Zusatzbeiträgen – zum Bumerang werden und den Kassen die wirtschaftliche Grundlage entziehen kann, wie die Erfahrungen zeigen. So haben in diesem Jahr mehrere 100.000 Versicherte ihre Kasse gewechselt, nachdem insgesamt 16 Krankenkassen Zusatzbeiträge eingeführt hatten.

Krankenkassen setzen auf Fusionen

"Die Kassen scheuen sich vor solch enormen Mitgliederwanderungen und setzen daher eher auf Zusammenschlüsse", sagt Michael Heutmann, Principal Consulting bei Steria Mummert Consulting. Allerdings zeige die Praxis: Bei vielen Zusammenschlüssen hapert es bei der Integrationsphase nach der Zusammenlegung. So hat es beispielsweise bei einigen Fusionen längere Zeit gedauert, bis allein die Führungspositionen neu besetzt waren und die Kasse handlungsfähig wurde.

Kommunikation zu Kunden und Mitarbeitern

Häufig werden auch die Mitarbeiter im Integrationsprozess nicht mitgenommen. Nicht zu vernachlässigen ist außerdem die Einbindung der Kunden. Studien belegen, wie verunsichert die Versicherten auf Kassenfusionen reagieren. Sie sind zum Wechsel bereit, wenn sich ihre Krankenkasse durch die Zusammenlegung verändern könnte. "Die richtige Kommunikation nach innen und außen entscheidet über den Erfolg", so der Experte für Health Care bei Steria Mummert Consulting.

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