Versicherungen-News 30.09.2010
Defizite
Experten schätzen Finanzbedarf der Krankenkassen
Zur Schätzung des Finanzbedarfs der Krankenversicherung sind am Donnerstag Experten in Bonn zusammen gekommen. Der Schätzerkreis soll klären, wie groß das Defizit der gesetzlichen Krankenkassen im kommenden Jahr ausfällt und ob die von Rösler vorgeschlagenen Gegenmaßnahmen ausreichen.
Bonn (dapd/red) - Gesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) geht bisher für 2011 von einem Finanzloch bei den Krankenkassen von elf Milliarden Euro aus. Im Entwurf seiner Gesundheitsreform schlägt er deshalb vor, mit einer Beitragserhöhung rund sechs Milliarden Euro zusätzlich von Arbeitnehmern und Arbeitgebern einzufordern. Außerdem sollen bei Pharmaindustrie, Ärzten, Kliniken und anderen Leistungserbringern 3,5 Milliarden Euro eingespart werden. Der Bund überweist zwei Milliarden Euro mehr als ursprünglich geplant.
Zuletzt hatte Rösler aber angedeutet, dass das Defizit geringer ausfällt als gedacht. Damit ist eine Debatte absehbar, ob wirklich alle Belastungen nötig sind. Ein Ergebnis der Schätzung wird für den frühen Abend erwartet. Dem Schätzerkreis gehören Vertreter der Krankenversicherung, des Bundesversicherungsamts und des Bundesgesundheitsministeriums an.
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