Versicherungen-News 09.03.2011
Jahresüberschuss
Bundesbank-Gewinn wegen höherer Risikovorsorge halbiert
Der Gewinn der Deutschen Bundesbank ist im vergangenen Jahr wegen einer höheren Risikovorsorge und niedrigerer Zinserträge um die Hälfte zurückgegangen. Der Jahresüberschuss sank von 4,1 Milliarden Euro im Jahr 2009 auf 2,2 Milliarden Euro, wie die Bundesbank am Dienstag in Frankfurt am Main mitteilte. Er sei in voller Höhe an den Bund abgeführt worden.
Frankfurt/Main (dapd/red) - Hauptgrund für den Rückgang des Gewinns ist nach Angaben von Bundesbankpräsident Axel Weber eine Aufstockung der Risikovorsorge. Die Rückstellung in Höhe von 1,6 Milliarden Euro sei «insbesondere im Hinblick auf die im Zuge der Finanzkrise deutlich gestiegenen Bestände an risikotragenden Aktiva» notwendig gewesen, sagte Weber.
Die Erhöhung der Risikovorsorge stehe zudem Einklang mit der Politik der Europäischen Zentralbank (EZB), die in ihrem Jahresabschluss 2010 ihre Wagnisrückstellung um 1,2 Milliarden Euro erhöht habe.
Darüber hinaus sei die wichtigste Quelle für den Bundesbankgewinn, die Zinserträge, von 7,6 Milliarden Euro im Vorjahr auf 6,2 Milliarden Euro zurückgegangen, hieß es. Davon seien 5,7 Milliarden Euro (Vorjahr 6,6 Milliarden Euro) auf Zinserträge in Euro entfallen. "Ursächlich für den anhaltenden Rückgang der Zinserträge sind die weiterhin historisch niedrigen Leitzinsen des Eurosystems", sagte Bundesbank-Vorstandsmitglied Rudolf Böhmler. Den Zinserträgen hätten Zinsaufwendungen von 2,6 Milliarden Euro (Vorjahr 3,5 Milliarden Euro) gegenübergestanden, so dass sich ein Nettozinsertrag von 3,6 Milliarden Euro (Vorjahr 4,2 Milliarden Euro) ergeben habe.
Mit Blick auf die weitere konjunkturelle Entwicklung in Deutschland sagte Weber: "Die deutsche Wirtschaft wird ihre kräftige zyklische Erholung, wenn auch mit etwas vermindertem Tempo, in diesem Jahr fortsetzen." So gingen von der robusten weltwirtschaftlichen Entwicklung weiterhin wichtige Nachfrageimpulse aus. Obwohl sich das Preisklima zuletzt eingetrübt habe, seien angesichts der anhaltend positiven Arbeitsmarktentwicklung auch beim privaten Konsum Zuwächse zu erwarten, fügte Weber hinzu.
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