Versicherungen-News 08.07.2011

Ab in die Ferien!

Bei langen Urlaubsfahrten muss auf Sicherheit geachtet werden

In einigen Bundesländern haben sie bereits begonnen, in anderen stehen sie kurz bevor: die langen Sommerferien. Viele Familien reisen dann mit dem Auto beziehungsweise dem Wohnwagen an ihre Urlaubsziele. Der Verischerer AXA und das Prüfinstitut Dekra haben vor der großen Reisewelle Sicherheitsrisiken unter die Lupe genommen.

Köln/Stuttgart (red) - Sommer, Sonne, Reisefieber. Bald fahren wieder Millionen Urlauber mit dem Auto in die großen Ferien. Doch wenn es mit vollgepackten PKWs, Wohnmobilen und Caravans quer durch Europa bis an die Sonnenstrände geht, fährt oft auch das Risiko mit. Manche Urlauber starten die Reise unvorbereitet, übermüdet, mit ungesicherter Ladung oder ungenügend gewarteten Fahrzeugen. Das Ferienerlebnis wird zum Risiko. In ihren aktuellen Crashtests zeigen AXA und Dekra, was passieren kann, wenn in den schönsten Wochen des Jahres die Sicherheit zu kurz kommt.

Viele Autofahrer sind sich der Risiken bewusst

Eine aktuelle Umfrage der Sachverständigenorganisation Dekra unter 1.400 Autofahrern zeigt, dass drei von vier Befragten von einer erhöhten Risikobereitschaft von Auto- und Motorradfahrern im Urlaub ausgehen. Nur jeder vierte meint, dass sich die meisten Urlauber sicherheitsbewusst verhalten. Als häufigste Sünden nennen die Befragten die unzureichende Sicherung von Gepäck und Sportgeräten im Auto (84 Prozent). Verbreitet seien auch riskantes, schnelles Fahren (47 Prozent), die unzureichende Sicherung von Kindern im Auto (46 Prozent) und das Fahren unter Alkoholeinfluss (29 Prozent).

Unterschätzte Gefahr bei Wohnfahrzeugen

Der Urlaub im "rollenden Eigenheim" ist weiterhin sehr beliebt. 2010 fuhren rund 1,4 Millionen Wohnwagen und Wohnmobile über deutsche Straßen. Und die Gefahr fährt stets mit. Bereits ein Ausweichmanöver, eine Windböe oder ein überholender Lastwagen können einen Wohnanhänger ins Schlingern bringen. "Jeder Gespannfahrer sollte vor der Wohnwagensaison ein Fahrtraining absolvieren, um bei den ersten Anzeichen von Instabilität richtig reagieren zu können", fordert daher Jörg Ahlgrimm, Leiter der Unfallanalyse bei der Dekra.

Wohnmobil: Schon beim Kauf auf Sicherheit achten

Damit die Fahrer stets die Kontrolle über ihr Gespann behalten, dürften sie zudem die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h (mit Tempo-100-Zulassung in Deutschland 100 km/h) nicht überschreiten. Bereits beim Kauf ist es wichtig, Zugfahrzeug und Wohnwagen gut aufeinander abzustimmen und Anhängerkupplung, Deichsel sowie Fahrgestell optimal zu wählen. Als Tipp fürs sichere Beladen rät Jörg Ahlgrimm, die schweren Gegenstände möglichst in Achsen- und Bodennähe zu platzieren und auf das zulässige Gesamtgewicht, die Anhänge- und die Stützlast zu achten. Mehr Sicherheit bietet auch die moderne Technik. Beide Systeme gleichen Schlingerbewegungen aus und verbessern die Fahrstabilität des Gespanns deutlich.

Gute Reifenwartung ist ein Muss

Eine häufig unterschätzte Schwachstelle auf langen Fahrten sind die Reifen, warnen die Unfallexperten von AXA und Dekra. Hohe Traglasten und sommerliche Hitze bescheren den Pneus einen Dauerstress, dem ältere Reifen oft nicht mehr standhalten. Studien zufolge steigt das Ausfallrisiko eines Reifens, der älter als sechs Jahre ist, stark an. Weil mit Wohnwagen, Wohnmobilen, Anhängern und Cabrios jährlich weniger Kilometer gefahren werden als mit normalen PKWs, ist es hier häufiger der Fall, dass die Reifen zwar noch ausreichend Profil haben, aber älter als sechs Jahre sind. Ein Reifencheck vor der Reise ist daher ein absolutes Muss. Neben der Kontrolle des Reifenalters (DOT-Nummer an der Reifenflanke) und der Prüfung auf Schäden ist eine Kontrolle des Reifendrucks unverzichtbar. Ist der Druck zu gering, können stark beanspruchte Reifen auf langen Fahrten überhitzen und kollabieren. Der Druck ist am kalten Reifen nach Betriebsanleitung vor jeder längeren Fahrt anzupassen.

Ungesicherte Personen und schlecht verstaute Ladung stellen Gefahren dar

Typische Gefahrenquellen in Wohnmobilen sind schlecht verstautes Gepäck und nicht angegurtete Mitfahrer. Wie ein weiterer Crashtest zeigt, fliegen nicht angegurtete Personen bereits bei einem Unfall mit einer Geschwindigkeit von 50 km/h hilflos durch den Innenraum. Dosen und Flaschen aus schlecht gesicherten Schränken können sich in gefährliche Geschosse verwandeln und den Insassen schwerste Verletzungen zufügen. "Es ist fahrlässig, wenn Kinder während der Fahrt im Wohnmobil herumtollen", warnt Bettina Zahnd-Sinzig von AXA Winterthur. "Ausnahmslos alle Passagiere müssen beim Fahren angegurtet sitzen bleiben.

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