Versicherungen-News 21.02.2011

Magazin

Banken drohen Schadenersatzforderungen wegen Immobilienfonds

Deutschen Banken drohen hohe Schadenersatzforderungen wegen des Verkaufs offener Immobilienfonds, die im Zuge der Finanzkrise eingefroren wurden. Juristen monierten, die Banken hätten unzureichend auf die Gefahren der Produkte hingewiesen, berichtete "Der Spiegel".

Hamburg (dapd/red) - "Offene Immobilienfonds wurden trotz ihrer Risiken als Alternative zum Sparbuch verkauft", sagte Rechtsanwalt Klaus Nieding dem Blatt. Weil Anleger nach dem Ausbruch der Finanzkrise massenweise ihr Geld abzogen, sind laut "Spiegel" derzeit zehn offene Immobilienfonds vorübergehend geschlossen. Drei Fonds werden abgewickelt. Rund 800.000 Anleger kommen nach Berechnungen des Anlegeranwalts Peter Hahn derzeit nicht an ihr Geld heran.

Besonders in der Kritik steht dem Magazin zufolge die Verkaufsstrategie beim P2 Value von Morgan Stanley. Der Fonds habe in drei Jahren ein Volumen von mehr als zwei Milliarden Euro aufgebaut. Die meisten Gebäude seien kurz vor dem Ausbruch der Immobilienkrise zu hohen Preisen und mithilfe hoher Kredite gekauft.

Schadensersatzforderungen in Millionenhöhe

Nieding und sein Anwaltskollege Andreas Tilp bereiteten nun Schadensersatzforderungen an Morgan Stanley vor. Ihr Kanzleizusammenschluss habe bereits mehr als 1.000 Fälle gesammelt. Das Volumen der Forderungen liege im dreistelligen Millionenbereich. Morgan Stanley wollte sich laut "Spiegel" nicht zu den Vorwürfen äußern.

Hahn zog bereits in mehreren Fällen wegen des P2 vor Gericht. Gegner war oft die Commerzbank, die den Fonds massenweise verkaufte. Die Bank wies die Vorwürfe zurück: Die Beratung sei, auch bei der ehemaligen Dresdner Bank, "stets auf Basis der vorgeschriebenen Richtlinien" erfolgt.

© 2000-2012 Gelon.de

szmtag