Inflation: Wenn der Wert des Geldes sinkt

Der Schrecken aller Investoren, Unternehmen und auch Privatpersonen nennt sich Inflation. Wenn Geld plötzlich nichts mehr wert ist und die Preise rapide ansteigen, kommt die Wirtschaft immer mehr zum erliegen. Wie und warum, erklären wir!

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Inflation ist der Zustand einer Geldwertverschlechterung und Kaufkraftsenkung. Sie wird durch die Vermehrung der umlaufenden Geldmenge über den volkswirtschaftlichen Bedarf hinaus verursacht.

Konkret heißt das, dass das Geld so an wert verliert, dass man für die gleiche Ware mit der Zeit immer mehr zahlen muss. Das bedeutet in einem Beispiel, dass das Brot, welches es vor zehn Jahren noch 1,50 Euro zu kaufen gab, heute zwei Euro kostet. Für die gleiche Menge an Geld kann man mit der zeit also immer weniger kaufen.

Wie kommt eine Inflation zu Stande?

Eine Inflation kann durch zahlreiche Dinge zustande kommen. Eine Möglichkeit ist die, dass es den Anbietern gelingt führ ihre Waren immer höhere Preise zu verlangen. Dies ist besonders einfach für die Geschäftsleute, wenn die Nachfrage nach der Ware größer ist als die Produktion. Auf diesem Weg können die Unternehmen aufgrund der Warenknappheit die Preise erhöhen. Eine anderer Grund ist, dass die Löhne steigen und die Kaufkraft der Privatpersonen daher steigt. Diese bringen mehr Geld auf den Mark, was zu einer allgemeinen Entwertung des Geldes führen könnte.

Voraussetzung für eine Inflation ist also, dass Waren vorhanden sind, nachgefragt werden und daher immer mehr Geld in den Umlauf gelangt.

Deutsche Inflation 1914 bis 1923

Wenn die Inflationsrate drastisch ansteigt spricht man auch von einer Hyperinflation. So denkt man beim Begriff Inflation etwa an die drastische Geldentwertung in Deutschland nach dem Ersten Weltkrieg. Zu dieser Zeit hat das Geld so drastisch an Wert verloren, wie das Beispiel Briefporto zeigt. So kostete etwa ein Brief am 31. Januar 1921 noch 0,40 Mark, ein Jahr später schon 2,00 Mark und am 21. Januar 1923 schon 50 Mark, zum Höhepunkt der damaligen Hyperinflation stieg das Porto sogar bis in den Millionenbereich. Genauso drastisch sind natürlich auch die Preise anderer Produkte - etwa Lebensmittel - gestiegen.

Während einer Inflation verliert die Bevölkerung das Vertrauen in das Geld und versucht dieses daher schnellstmöglich in Ware umzusetzen. Da auf diesem Weg allerdings noch mehr Geld in Umlauf gelangt, wird die Inflation nur weiter vorangetrieben.

Heute: Inflationsrate von zwei Prozent

Wer den Euro über einen längeren Zeitraum beobachtet hat, mag bemerkt haben, dass die Preise grundsätzlich stetig leicht steigen. Dies liegt daran, dass auch in der heutigen zeit eine leichte Inflation stattfindet - allerdings längst nicht so drastisch, wie man es aus Geschichtsbüchern gilt. Die Europäische Zentralbank hat eine jährliche Inflationsrate von zwei Prozent als zulässig erklärt. Dies bedeutet als, dass das, was man heute für 100 Euro bekommt, in einem Jahr 102 Euro kosten dürfte.

Welche Folgen hat eine Inflation?

Wenn Geld also an Wert verliert, dann werden zwar auch die Schulden immer kleiner, jedoch auch die Ersparnisse. Spart man etwa für ein Auto, was heute 50.000 Euro kostet, dann reichen in fünf Jahren die 50.000 Euro voraussichtlich nicht mehr dafür aus. Je länger man für die Zukunft spart, desto größer ist dabei der Einfluss der Redaktion. Wenn man etwa für die Altersvorsorge spart muss man heute berücksichtigen, dass man in 30 oder 40 Jahren nicht mehr das gleiche für 1000 Euro kaufen kann, was man heute dafür erhält. Man braucht dann - um seinen aktuellen Lebensstandard zu halten - mehr Geld.