Archiv-News 29.09.2005
Ahoi
Zweitmarkt für Schiffsbeteiligungen: Worauf Anleger achten sollten
Schiffsbeteiligungen hatten 2005 ein gutes Jahr. Explodierende Charterraten und hohe Erträge machen immer mehr Anlegern Lust auf den Einstieg in dieses Segment. Doch am Markt der Schiffsfonds herrscht Flaute...
BaFin-Genehmigungsprozesse, stark steigende Neubaupreise und Kapazitätsengpässe in den Werften sorgen für ein schmales Angebot an guten Einschiffsgesellschaften zum Jahresende. Aktuell sind nur 14 Angebote im Markt, im Vergleich zu rund 30 Einschiffsgesellschaften im Vorjahr. Die Knappheit am Erstmarkt könnte manche Anleger dazu verleiten, sich für sein Investment nach einem "gebrauchten" Anteil umzuschauen. Die Möglichkeit ist mittlerweile vorhanden: Vier öffentliche Plattformenwerben um Käufer von so genannten Zweitmarkt-Anteilen. Im Prinzip keine schlechte Idee: Wer hier kauft, erwirbt nicht die Katze im Sack. Ein Blick auf die erwartete Restlaufzeit der Beteiligung multipliziert mit der erwarteten Auszahlung pro Jahr ergibt den Preis der Beteiligung. Eigentlich ganz einfach, oder? Falsch! "Die Einkommensprognose eines Containerfrachters lässt sich genauso wenig exakt vorhersagen wie die Aktienkurse von EM.TV oder VW", warnt Frank Moysich, Gesellschafter der Maritim Invest Beteiligungsgesellschaft mbH & Co. KG.
Anleger, die am Zweitmarkt kaufen möchten, sollten sich umfassend informieren: Wann läuft der Chartervertrag aus und zu welcher Anschlusscharter wird man neu verhandeln können? Auch Ausstattung, Instandhaltung oder die Höhe der Reedereigebühren sollten in die Kalkulation einfließen. Schließlich sind Ölpreis, Wechselkurs des US-Dollars oder die Nachfrage nach bestimmten Schiffstypen zumZeitpunkt des Schiffsverkaufes wichtige Einflussfaktoren. "Ein Containerfrachter mit 2.500 Stellplätzen, der vor fünf Jahren für 100.000 Euro gezeichnet wurde, kann heute je nach Vertrags- und Wirtschaftslage zwischen 50 und 130 Prozent Wert sein", unterstreicht Moysich die Bedeutung der korrekten Schätzung.
Auch einen ausführlichen Prospekt, eine staatliche Prüfung und die Haftung für Information und Beratung gibt es nur für Anteile am Erstmarkt. Moysich: "Unerfahreneren Anlegern raten wir unbedingt ab, ohne fundierte und unabhängige Beratung über den Zweitmarkt in Schiffsfonds einzusteigen."
Moysich weiß, wovon er spricht. Zur Bewertung von Angeboten im Markt hat sein Unternehmen eine Datenbank zur Erfassung und Bewertung von laufenden Schiffsbeteiligungen entwickelt. Für aktuell 636 Schiffe oder über 50 Prozent des Gesamtmarktes sind hier alle relevanten Zahlen und Fakten der laufenden Schiffsfonds erfasst.
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