Archiv-News 05.03.2001

Zinsschritt für Europa nicht erforderlich

Die Volkswirte der Commerzbank halten eine geldpolitischen Lockerung durch die Europäische Zentralbank aus konjunktureller Sicht für nicht erforderlich. Das geht aus der monatlichen Publikation der Commerzbank "Konjunktur, Zinsen und Wechselkurse - international" hervor. Der Aufschwung in Euroland werde sich auch ohne geldpolitische Lockerung fortsetzen, da z.B. in vielen Ländern zum Jahresanfang umfangreiche Senkungen der Einkommensteuern und Abgaben in Kraft traten. Auch der Rückgang der Rohölpreise wirke positiv. Zwar haben sich die Exportaussichten aufgrund des niedrigeren Wachstums der Weltwirtschaft eingetrübt, doch dürfte die Investitionstätigkeit weiter lebhaft bleiben auf Grund der positiven Absatzperspektiven in Westeuropa und der hohen Auslastung der Produktionskapazitäten. Auch die Stimmung in der Wirtschaft ist nach wie vor gut, heißt es. Die aktuellen Indikatoren bestätigen die Fortsetzung des Aufschwungs im Euroland, auch wenn die Dynamik im Vergleich zur ersten Jahreshälfte 2000 deutlich zurückgegangen ist, heißt es weiter.

Auf der Grundlage ihrer Inflations- und Wachstumsprognose hält die Commerzbank eine Zinssenkung der EZB derzeit nicht für erforderlich. Wegen des bisherigen Verhaltens der Zentralbank und der zuletzt gestiegenen weltwirtschaftlichen Risiken erscheine eine geringe Zinssenkung aber wahrscheinlicher als bisher. Die Volkswirte erwarten eine Rücknahme der Leitzinsen um 25 Basispunkte, allerdings erst im zweiten Vierteljahr. Da sich in den kommenden Monaten eine Belebung der US-Konjunktur und damit einhergehend eine Aufhellung des weltwirtschaftlichen Umfeldes abzeichnet, zeichnen sich weitere Zinsschritte nicht ab, so die Commerzbank. - wag

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