Archiv-News 11.02.2004
Verkaufspläne der Sparkasse Stralsund inspirieren in Segeberg
Nachdem die Bürgerschaft der Stadt Stralsund Ende vergangenen Jahres den Verkauf der kommunal verankerten Sparkasse angeschoben hatte, schlug das vermeintliche Aufbrechen des sogenannten Drei-Säulen-Systems der deutschen Bankenlandschaft hohe Wellen. Auch im schleswig-holsteinischen Kreis Segeberg wird fast klammheimlich über eine Verkaufsoption nachgedacht.
Der Kreistag in Bad Segeberg hatte auf Antrag der FDP Mitte Dezember 2003, sozusagen im Fahrwasser der Geschehnisse in Stralsund den Vorschlag angenommen, den Verkauf der Kreissparkasse Südholstein zu prüfen. Dieser Antrag wurde dann am 14. Januar dem Hauptausschuss weitergeleitet. Hier konnte sich die FDP-Vorlage allerdings nicht durchsetzen. Mit elf zu einer Stimme legte der Hauptausschuss das Thema zunächst ad acta. Die rechtlichen und sachlichen Rahmenbedingungen sollten nicht weiter ausgelotet werden, so der Beschluss. Doch ganz vom Tisch ist die Angelegenheit damit nicht. Der Landrat soll den Kreistag auch weiterhin über die Geschehnisse in Stralsund auf dem Laufenden halten. Eine spätere Wiederaufnahme des Antrages sei möglich, so der Beschluss.
Das Sparkassengesetz des Landes steht allerdings auch in Schleswig-Holstein gegen die Veräußerung der Sparkassen. Der Präsident des Sparkassen- und Giroverbands für Schleswig-Holstein, Olaf Cord Dielewicz, sprach sich in diesem Zusammenhang deutlich für den Erhalt des Drei-Säulen-Systems aus Sparkassen, Genossenschaftsbanken und privaten Kreditinstituten aus. Die Kreissparkasse Segeberg war erst zum 1. April 2003 mit der Kreissparkasse Pinneberg zur Kreissparkasse Südholstein fusioniert. - cs
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