Archiv-News 26.02.2004

Tabula rasa bei HypoVereinsbank

Die Bayerische Hypo- und Vereinsbank AG (HVB) hat die Veröffentlichung ihrer Bilanzzahlen für 2003 mit einer faustdicken Überraschung flankiert. Ihre Beteiligung an der Allianz von bislang 3,2% wurde bis heute gänzlich veräussert, die an der Münchner Rück von 13,2% auf unter 10% gesenkt. Außerdem konkretisierte die Bank ihre Pläne zur Kapitalerhöhung.

Danach soll das Grundkapital in Kürze durch Ausgabe von 214 Mill. neuen Aktien um nominal 643 Mill. Euro erhöht werden. Das entspricht 40% des bisherigen Grundkapitals. Der Preis pro Aktie soll bei mindestens 14 Euro liegen und somit rund drei Mrd. Euro in die Kasse der HVB spülen. Das Bezugsverhältnis beträgt 5 zu 2. Die Münchener Rück ließ in diesem Kontext verlauten, bei einer Kapitalerhöhung nicht mitzuziehen. Ihr Anteil an der HVB beträgt derzeit noch 26%.

Mithilfe dieser Kapitalmaßnahme will die HVB ihre Bilanzverhältnisse wieder ins Lot bringen. Diese waren durch den für das vergangene Jahr 2003 hohen Fehlbetrag von 2,64 (i.V. Fehlbetrag 850 Mill.) Mrd. Euro mächtig in Schieflage geraten. Infolge dessen wird auch die Dividende für 2003 ausfallen. Der Verlust resultiert vor allem aus Wertberichtigungen bei den HVB-Beteiligungen an der Allianz und der Münchner Rück. Im Oktober vergangenen Jahres enthielten beide Positionen gegeben stillen Lasten von 1,5 Mrd. Euro. Zusätzlich nahm die HVB in ihrem 2003er Abschluss außerplanmäßige Abschreibungen auf den Goodwill der Bank Austria Creditanstalt vor.

Positives berichtete die HVB indes aus dem operativen Geschäft. Das Betriebsergebnis überragte mit 1,43 Mrd. Euro deutlich den Vorjahreswert von minus 613 Mill. Euro. Dieser wie auch die folgenden Vergleichszahlen sind pro-forma-Werte, die eine Abspaltung der Hypo Real Estate Holding bereits in 2002 unterstellen. Hauptverantwortlich für den dynamischen turn around des Betriebsergebnis war die wieder besser in den Griff bekommene Risikovorsorge von nunmehr 2,31 (3,30) Mrd. Euro. In Verbindung mit einem nahezu stabilen Zinsüberschuss vor Risikovorsorge von 5,88 (5,94) Mrd. Euro konnte die Bank also in ihrem Hauptgeschäft wieder Terrain gutmachen. Zudem stiegen Provisionsüberschuss und Handelsergebnis um 4,6% auf 2,80 (2,67) Mrd. Euro bzw. um 4,2% auf 820 (787) Mill. Euro. Im Gegenzug reduzierte die Bank ihre Verwaltungsaufwendungen um 7,6% auf 6,37 (6,90) Mrd. Euro. Alles in allem wurden die eigenen Zielmarken erreicht, sagte Vorstandssprecher Dieter Rampl dazu. - cs

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