Archiv-News 29.01.2001
Sir Peter Ustinov für Euro-Kampagne im Gespräch
Die Kampagne zur Einführung des Euro stößt bei Werbeprofis auf wenig Begeisterung. Der Werbefeldzug, der mit Begriffen wie Sicherheit und Freiheit für die neue Währung wirbt, schafft es nach Meinung der Experten nicht, die Vorbehalte der Deutschen gegenüber dem Euro abzubauen. Das berichtet das führende deutsche Marketingmagazin w&v - werben und verkaufen in seiner aktuellen Ausgabe. "Bislang ist die Euro-Kampagne ein Kommunikations-Desaster", sagt Volker Nickel, Sprecher des Zentralverbandes der deutschen Werbewirtschaft in Bonn. Den Leuten müsse schließlich die Angst vor einem Wertverfall genommen werden. Studien belegen, dass diese Ängste in der Bevölkerung nach wie vor existieren: 55 Prozent der Deutschen sind gegen die Euro-Einführung, ermittelte das Marktforschungsinstitut Forsa im Dezember 2000.
Im zweiten Schritt der Kampagne sollen deshalb ab März bekannte Köpfe für den Euro werben. Im Gespräch war unter anderem die TV-Moderatorin Sabine Christiansen, die in der Testphase der Kampagne bereits als Werbefigur aufgetreten ist. Aber die verantwortliche Werbeagentur sei seit Oktober nicht mehr auf Christiansen zugekommen, sagte ihr Sprecher Stephan Clausen. Nobert Walter, Chef-Volkswirt der Deutschen Bank, wirft für die zweite Werberunde einen neuen Namen in den Ring. Für Walter wäre Peter Ustinov die Idealbesetzung, um die Deutschen auf die neue Währung einzustimmen. "Ich glaube, dass man Sympathieträger, die bereits einen europaweiten Zugang zum Bürger haben, als Träger der Idee nutzen sollte", sagte Walter in einem Interview mit w&v.
Für diejenigen, die bereits jetzt an Fakten und fundierten Informationen zum Thema Euro interessiert sind, empfiehlt die gelon-Redaktion auch ein Blick in die entsprechenden gelon-Rubriken. Von der Entstehung der europäischen Gemeinschaftswährung bis zu den Merkmalen der neuen Geldscheine und -münzen finden Sie dort eine Fülle von Informationen. Denn neben werbewirksamen Sprüchen prominenter Persönlichkeiten sollte gerade auf die qualitativen Aspekte der Aufklärung besonderen Wert gelegt werden. Ansonsten könnte es uns passieren, dass kurz bevor das neue Geld real in die Geldbörsen der Euro-Bürger wandert, das Werbeduo Peter Ustinov und Verona Feldbusch die Vorzüge der D-Mark-Nachfolgerin erklärt. Konnte damit für die Expo noch zusätzliche Aufmerksamkeit gewonnen werden, reicht dies allein beim Euro nicht. Hier sollen Ängste genommen werden. - wag/gra
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