Archiv-News 24.01.2001

Schwere Anschuldigungen gegen Haffa-Brüder

Kapitalanlagebetrug, Kursbetrug und Insiderhandel, so lauten die Vorwürfe der Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre (SdK) gegen den Chef des Münchner Medienkonzerns EM.TV, Thomas Haffa, und dessen Bruder Florian. Nach den Informationen, die dem Hamburger Magazin stern vorliegen, wurde aus diesem Grund von der SdK bei der Staatsanwaltschaft München Strafanzeige gestellt. Der Vorwurf des Kapitalanlagebetrugs werde damit begründet, dass anders als im Börsenprospekt versprochen, kein funktionierendes Controlling aufgebaut worden wäre. Des Kursbetruges hätte Haffa sich schuldig gemacht, als EM.TV eine zu hohe Gewinnerwartung nicht rechtzeitig korrigiert habe.

Außerdem werde dem Unternehmen Insiderhandel vorgeworfen. Die Haffa-Brüder mussten inzwischen zugeben, im vergangenen Jahr Aktienpakete in zweistelliger Millionenhöhe verkauft zu haben, heißt es. Die SdK lege dem Vorstand zudem eine "falsche Darstellung des Unternehmens" zur Last. Aus Äußerungen auf der Hauptversammlung im Juli 2000 im Zusammenhang mit Abschreibungen für die milliardenteuren Käufe der US-Firma Henson ("Muppetshow"), des TV-Unternehmens Tele München und der Formel 1 folgere die Schutzgemeinschaft, Ex-Finanzvorstand Florian Haffa müsse "entweder von der gesamten Problematik überhaupt keine Ahnung gehabt haben" oder die Äußerung "ins Blaue hinein abgegeben haben". - wag

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