Archiv-News 12.01.2001
Neuer Markt erholt sich im Fahrwasser der NASDAQ
Ohne klare Richtung bei geringen Umsätzen präsentierte sich der deutsche Aktienmarkt in dieser Woche. Das stellt die Commerzbank in ihrem wöchentlich erscheinenden Börsenbericht fest. Hatten zunächst die guten Geschäftszahlen von SAP positiv überrascht, so sorgten dann einige als eher enttäuschend empfundene Quartalsergebnisse für einen Dämpfer, heißt es. Demgegenüber konnte sich der Neue Markt im Fahrwasser der Nasdaq erholen, nachdem kurzzeitig der Kursrutsch bei Singulus noch für Irritationen gesorgt hatte, heißt es weiter. Im Wochenvergleich liegen sowohl der DAX als auch der NEMAX deutlich im Plus.
Ein hohes Maß an Verunsicherung über die weitere konjunkturelle Entwicklung in den USA werde auch in den nächsten Wochen das Kaufinteresse an Aktien auf Sparflamme halten. Das mache die Märkte anfällig für Einzelmeldungen von Unternehmen. Erst wenn in den Vereinigten Staaten die Gefahr einer Rezession gebannt scheint, sei eine Trendwende zu erwarten. Dann würden auch - nach den Erfahrungen des letzten Jahres - fundamentale Unternehmensdaten wieder stärker Beachtung finden. Dabei werden deutsche Titel mit Ertragszuwächsen im zweistelligen Bereich vergleichsweise günstig abschneiden, so die Einschätzung des Commerzbank-Experten. Auch die Zinssenkungsfantasie stärke die Attraktivität von Aktien, die nach den Kursverlusten der letzten Monate vielfach ein attraktives Bewertungsniveau erreicht hätten. Die Commerzbank rät den Anlegern derzeit zu einer eher defensiven Anlagestrategie. Für Käufe bieten sich insbesondere Technologiewerte wie Siemens an. Fondslösungen sind für mittelfristig orientierte Anleger eine interessante Alternative.
Zu leichten Kursverlusten kam es den Angaben zufolge am Rentenmarkt, der unter der Flut von Neuemissionen von Staaten, Hypothekenbanken und Unternehmen litt. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen kletterte leicht um 10 Basispunkte auf 4,80%, so die Bank. In den nächsten Monaten dürften sich die Zinsen seitwärts bewegen. Zwar würden noch weitere Leitzinssenkungen in den Vereinigten Staaten in absehbarer Zeit erwartet, doch sehe die EZB derzeit keinen Anlass, sich dieser Maßnahme anzuschließen. Auf der anderen Seite hielten niedrige Ölpreise und die Stabilisierung des Euro die Inflationsgefahren in Grenzen. Insgesamt erwarte die Commerzbank auf Jahressicht allenfalls einen leichten Anstieg der Renditen in Richtung 5,25%. Für Käufer blieben Anleihen im Laufzeitenbereich zwischen drei und fünf Jahren erste Wahl, wobei sich aus Renditegründen vorallem Pfandbriefe anbieten würden. Auch Aktienanleihen und Aktienanleihenplus mit doppelter "Absicherung" seien für risikobewusste Anleger attraktiv. - wag
Hier finden Sie den Börsenbericht der letzten Woche:
Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer
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