Archiv-News 18.01.2001
Moneyshelf bislang nur mit 1000 Kunden
Das von der Deutschen Bank initiierte Finanzportal Moneyshelf möchte mit einer neuen, günstigeren Gebührenstruktur neue Kunden gewinnen. Wie aus einem Bericht der Financial Times Deutschland (FTD) hervorgeht, wird Moneyshelf ab dem 22. Januar sowohl die Depotgebühren streichen als auch die Gebühren für Wertpapieraufträge senken. Aufträge bis 10.000 Euro kosten nur noch 14,99 Euro, für höhere Summen werden 29,99 Euro fällig, heißt es.
Mit diesem Gebührenmodell versuche Moneyshelf verzweifelt, Neukunden zu gewinnen. Das Portal sei Anfang September 2000 mit großem Marketingaufwand gestartet. Die Idee: Bei Moneyshelf habe der Kunde alle Finanzen im Blick und könne mehr aus seinem Geld machen. Dieser Ansatz stamme aus den USA. Dabei übergibt der Kunde seine Bankverbindungen an das Finanzportal und führt Überweisungen, Aktienhandel oder Versicherungskäufe nur noch über diese Schnittstelle durch, so die FTD.
Allerdings kommen die Idee in Deutschland weniger gut an. In Bankenkreisen will die FTD erfahren haben, dass Moneyshelf bislang nicht einmal 1000 Kunden gewinnen konnte. Auch sollen lediglich “eine Hand voll“ Lebensversicherungen verkauft worden sein. Ein Moneyshelf-Sprecher kommentierte die Zahlen gegenüber der FTD nicht, bliebt aber bei der Prognose, dass das Finanzportal im Jahr 2003 1,2 Millionen Kunden haben werde. Schon seit dem Start wäre Moneyshelf ein Fremdkörper in der Deutschen Bank gewesen. Entwickelt wurde das Projekt vom Unternehmensbereich Global Technology and Services, heißt es weiter. Die Depots würden nicht von der Deutschen Bank 24 verwaltet, sondern vom Bereich Private Banking der Deutschen Bank.
Die Ursache für die mangelnde Akzeptanz beim Kunden ist u.A. der mit Mängeln behaftete Internet-Auftritt. Nur T-Online-Kunden könnten Moneyshelf nutzen. Aber auch diese können über das Portal nur ihre Girokonten bündeln. Wertpapierdepots müsse der Kunde direkt bei Moneyshelf führen. Schließlich würde es noch an der Sicherheit hapern. "Nach den Allgemeinen Geschäftsbedingungen der Kreditinstitute ist es einem Kunden untersagt, Geheimnummern an Dritte weiterzugeben. Bei einem Verstoß haftet der Kunde für alle Schäden", sagt Hartmut Strube von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Der Zentralauschuss der Kreditwirtschaft (ZKA) habe Moneyshelf deshalb bereits abgemahnt. - wag
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