Archiv-News 07.03.2001
LRP rät Neuengagements in Aktien zurückzustellen
Nachdem sich an den internationalen Aktienbörsen seit Anfang Februar wieder tiefe Ernüchterung breit gemacht hat und Impulse der Zinssenkungen der amerikanischen Notenbank vom Jahresbeginn ausblieben, ist das Ausmaß und die Dauer der transatlantischen Konjunkturabschwächung der entscheidende Faktor für die weiteren Börsenentwicklung. Zu diesem Schluss kommen die Analysten der Landesbank Rheinland-Pfalz in ihrer regelmäßig veröffentlichten Markteinschätzung. Darin heißt es weiter, dass trotz der Andeutungen der US-Notenbank, weiter die Zinsen zu senken, die Märkte nach wie vor skeptisch seien. In kollektiver Intuition werde offensichtlich von einem wesentlich ungünstigeren als dem von der Fed offiziell verkündeten Szenario (2 - 2,5% BIP-Wachstum in 2001) ausgegangen. Erst kürzlich habe der Internationale Währungsfonds (IWF) seine Erwartung auf nur noch 1,7% zurückgeschraubt, schrieben die Analysten der LRP. Außerdem habe im Februar der Index des US-Verbrauchervertrauens weiter drastisch nachgegeben. Von seiten der Unternehmen erwarten die Mainzer zumindest im ersten Halbjahr 2001 eine weitere Gewinnrezession gekoppelt mit zunehmenden Gewinnwarnungen im 2. Quartal.
In Europa sehen die Experten der LRP eine wachsende Besorgnis, die Schwäche in den USA und Japan könne auf die hiesigen Volkswirtschaften abstrahlen. Momentan würden für Europa noch vergleichsweise komfortable Expansionsrate von durchschnittlich rund 3% prognostiziert. Angesichts der gestiegenen fundamentalen Risiken dürfte an der deutschen Börse auch in den kommenden Wochen ein hohes Maß an Unsicherheit vorherrschen, heißt es. Neue Aktienengagements hätten deshalb und wegen des nach Einschätzung der Landesbank zunächst nur geringen Aufwärtspotentials keine Eile.
Am Rentenmarkt bevorzugen die Analysten der LRP derzeit eher den kürzeren bis mittleren Laufzeitenbereich. Denn die Kursphantasie am langen Ende scheine trotz erwarteter Lockerungsschritte seitens der EZB in den ersten sechs Monaten begrenzt. Für Nordamerika geht die LRP von weiteren geldpolitischen Schritten innerhalb der nächsten Monate aus. Per Saldo dürfte sich der europäische Bondmarkt, vorausgesetzt Euroland erleidet keinen massiven Konjunktureinbruch, weiterhin im Schlepptau der US-Vorgaben bewegen, heißt es abschließend. - gra
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