Archiv-News 05.02.2001

HypoVereinsbank ordnet ihr Immobilienfinanzierungsgeschäft

Die Bayerische Hypo- und Vereinsbank AG restrukturiert ihre in- und ausländisches Immobilienfinanzierungsaktivitäten und stellt sich damit im europäischen Vergleich auf ein noch wettbewerbsfähigeres Fundament. In einem ersten Schritt werden dazu die bisher auf mehrere Spezialkreditinstitute verteilten Aktivitäten in einer neuen Immobilienbank gebündelt, teilte die HypoVereinsbank ad hoc mit. Mit einer Bilanzsumme von ungefähr 200 Mrd. Euro sei die neue Bank, die ab Ende 2002 in vollem Umfang am Markt präsent sein werde, Marktführer in der europäischen Immobilienfinanzierung.

Zu Beginn der Umsetzung sollen noch in diesem Jahr die im mehrheitlichen Besitz der HypoVereinsbank befindlichen Institute Nürnberger Hypothekenbank (Hypo-Anteil: 85,4%), Süddeutsche Bodencreditbank (54,7%) und Westfälische Hypothekenbank (75%) auf die Bayerische Handelsbank verschmolzen werden. Im Jahr 2002 werde dann das Immobilienfinanzierungsgeschäft der HypoVereinsbank AG in die neue Immobilienbank eingebracht werden, heißt es. Die im Münchner amtlichen Handel notierte Bayerische Handelsbank ist zu 76,4% im Besitz der HypoVereinsbank, weitere 10% liegen bei der Nürnberger Allgemeinen Versicherungs AG, die übrigen Anteile sind Streubesitz.

Durch den Verschmelzungsprozess plant die Bank, jährlich Synergien von etwa 160 Mill. Euro ab 2004 zu realisieren. Mittelfristig wird für das neue Institut eine Cost-Income-Ratio von rund 35% angestrebt. Zum Vergleich: Im Geschäftsbericht für das Jahr 1999 wies die HypoVereinsbank im Konzern ein wesentlich schlechteres Verhältnis von 61,6% aus. Hinsichtlich der Eigenkapitalrendite nach Steuern soll die Immobilienbank bis 2004 die Spanne von 13% - 15% erreichen. Im Jahre 1999 erzielte der bayerische Finanzkonzern eine um den Fusionsaufwand bereinigte Eigenkapitalrendite nach Steuern von 4,4% (mit Fusionsaufwand 3%).

Die neue Bank werde der Mitteilung nach den Status einer gemischten Hypothekenbank haben und an allen wichtigen Wirtschaftszentren West- und Osteuropas sowie in den USA vertreten sein. In Deutschland seien starken regionalen Einheiten um München, Frankfurt, Düsseldorf, Hamburg und Berlin geplant. Vorsitzender des Aufsichtsrats der aufnehmenden Bayerischen Handelsbank, die dann einen neuen Namen erhalten werde, bleibe Dr. Albrecht Schmidt, Vorstandssprecher der HypoVereinsbank, teilte das Geldhaus mit. Als Vorstandsvorsitzender ist Dr. Claus Nolting vorgesehen, der im Vorstand der HVB-Group zugleich für die professionelle Immobilienfinanzierung verantwortlich zeichnet.

Der Vorstand der Nürnberger Hypothekenbank AG hat in einer ad hoc Mitteilung vom Montag mitgeteilt, einer im ersten Halbjahr 2001 stattfindenden Hauptversammlung die Verschmelzung des Instituts auf die Bayerische Handelsbank AG vorzuschlagen. Der Aufsichtsrat habe diesem Vorschlag bereits zugestimmt, heißt es weiter. Der Vorstand der Süddeutsche Bodencreditbank wird der Hauptversammlung seiner Gesellschaft ebenfalls einen solchen Vorschlag unterbreiten.- gra

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