Archiv-News 02.01.2001

Hypothekenbanken haben weniger Pfandbriefe emittiert

Die deutschen Hypothekenbanken haben im Jahr 2000 insgesamt deutlich weniger Pfandbriefe emittiert als im Jahr zuvor. Auf der Basis der bis Oktober vorliegenden Zahlen sei für das Jahr 2000 insgesamt mit einem Bruttoabsatz von 140 Mrd. Euro zu rechnen. Dies seien, teilt der Verband deutscher Hypothekenbanken mit, rund 19% weniger als im Vorjahr. Auf Hypothekenpfandbriefe dürften 40 Mrd. Euro und auf Öffentliche Pfandbriefe etwa 100 Mrd. Euro entfallen. Der Pfandbriefabsatz spiegele insgesamt die rückläufige Entwicklung im Kreditgeschäft der Hypothekenbanken. Bis Oktober seien Pfandbriefe im Volumen von 123,6 Mrd. Euro plaziert worden. Insbesondere der Absatz von Öffentlichen Pfandbriefen sei merklich um 28,5% auf 88,3 Mrd. Euro zurückgegangen. Die geringere Nachfrage im Staatskreditgeschäft und das ungünstige Zinsumfeld seien hierfür bestimmend gewesen.

Der Absatz von Hypothekenpfandbriefen habe dagegen in der Berichtszeit an Fahrt gewonnen und bis Oktober um 21,5% auf 35,3 Mrd. Euro zugenommen. Diese Absatzzahlen widersprächen auf den ersten Blick der rückläufigen Entwicklung des Hypothekengeschäfts. Der Verband führt dies auf einen "Nachholeffekt" zurück, mit dem die in 1998 zu beobachtende Substitution von Hypothekenpfandbriefen durch ungedeckte Schuldverschreibungen korrigiert worden sei.

Ihren Marktanteil am Kapitalmarkt haben die Hypothekenbanken im Jahr 2000 behauptet. Positiv blickt der Verband in die Zukunft. Mit einem weiter starken Rückgang der Absatzzahlen sei nicht zu rechnen. Wegen des günstigeren Zins- und Geschäftsumfelds sei vielmehr mit einer leichten Belebung der Emissionstätigkeit zu rechnen. Dynamisch bleibe der Ausblick für den Jumbo-Pfandbriefmarkt, obgleich auch hier angesichts der erreichten Größe nicht mehr mit ähnlichen Wachstumsraten wie in den Anfangsjahren zu rechnen sei. - pau

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