Archiv-News 12.03.2001

Gute Chancen für High Yields

2001 könnte nach Meinung von Metzler Investment das Jahr der Hochzinsanleihen werden. Das vergangene Jahr hatte nicht nur Aktienanlegern Verluste gebracht, sondern auch das Segment der High Yields (hochverzinsliche Anleihen) mit einem Minus abschließen lassen, so ist der entsprechenden Pressemitteilung zu entnehmen. Der Markt für US-Hochzinsanleihen, gemessen am Merrill Lynch US High Yield Master Index, verlor 3,79%. Nader Purschaker, Leiter des Renten-Teams der Metzler Investment GmbH, sagt: "Die Vorgaben an den internationalen Rentenmärkten ähneln stark der Situation vor dem großen Aufschwung der Hochzinsanleihen im Jahr 1991. Sollte das erwartete Soft Landing für die US-Wirtschaft erfolgen sowie weitere Zinssenkungen durch die Notenbank, können die Hochverzinslichen im Jahr 2001 eine vergleichbare Renaissance erleben wie vor zehn Jahren." Damals hätten US-High Yields nach einer Negativ-Vorgabe des Vorjahres im Folgejahr eine Jahresrendite von 34,6% erreicht (gemessen am Merrill Lynch US High Yield Master Index).

Die Voraussetzungen für Hochzinsanleihen sind dabei nach Auffassung von Metzler Investment sogar noch günstiger als zu Zeiten des großen High Yield-Aufschwungs 1991. So sind die gewinnbringenden Risikozuschläge für Investoren angesichts der Volatilität des Vorjahres und pessimistischer Konjunkturprognosen in viel stärkerem Maße gestiegen als die Wahrscheinlichkeit von Ertragsausfällen: "Die Spreads, also die Risikozuschläge der High Yields gegenüber dem Kapitalmarktzins, haben sich dem hohen Niveau des Jahres 1991 angenähert", so Purschaker. "Damals jedoch befand sich die Zahl der Ausfälle auf einer Rekordhöhe von 13%. Für das Jahr 2001 wird sie auf lediglich 7 bis 7,5% geschätzt." Ein weiteres Argument für eine überdurchschnittliche Entwicklung sei das US-Finanzsystem, welches hinsichtlich Liquidität und Qualität der Anlagen deutlich besser aufgestellt sei als 1991. Gleiches gelte für die US-Wirtschaft, die vor zehn Jahren im Anschluß an den Golfkrieg auf eine Rezession zusteuerte.

Der Markt für Hochzinstitel habe in der vergangenen Schwächephase einiges an Liquidität verloren, die mit zunehmendem Vertrauen wieder in diesen Markt zurückfließen wird. Dies betreffe sowohl die großen institutionellen Investoren wie zum Beispiel Finanzdienstleister, aber auch die privaten Fondsanleger, die aufgrund der Volatilität des Marktsegments im vergangenen Jahr 15% ihrer Hochzins-Investments abgezogen hätten. In den vergangenen 16 Jahren lieferte dieses Segment den Anlegern eine durchschnittliche Rendite von 10,8%. "Sollte sich das wirtschaftliche Umfeld in den USA unseren Erwartungen entsprechend entwickeln - wir rechnen mit weiteren Zinssenkungen und einem Ausbleiben einer Rezession - halten wir für internationale Hochzinspapiere im Jahr 2001 eine zweistellige Jahresrendite für realistisch", sagt Purschaker. - wag

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