Archiv-News 02.01.2003
gelon-Serie: Finanzwebsites im Überblick (15)
Die Spur der Euros
"junjuli" muss ein Mitarbeiter einer österreichischen Bank sein. Obendrein muss sein Arbeitspensum am 30. Dezember 2002 sehr gering gewesen sein. Denn wie sonst hätte er an diesem Tage mehr als ein Dutzend 100 Euro-Scheine, vier 500er und etliche Kleinscheine in die online-Datenbank von www.myeuro.info eingeben können.
Insgesamt sind zum Jahresende rund 3,3 Mill. Euro bzw. 0,122 Mill. Scheine von 2.543 Meldern registriert gewesen. Hinter der kollektiven Geldscheinerfassung steht die Idee, die Spur des Euro und damit seine Verbreitung innerhalb Europas zu verfolgen. Daraus möchten der Betreiber von www.myeuro.info, Thorsten Weber, sowie der Statistik-Experte Professor Dietrich Stoyan wichtige und abgesicherte Informationen zur Verbreitung der Banknoten in Euroland ziehen.
Die erste dabei gewonnene Information ist die, wie schnell die Banknote den Weg von der "Geburtsstätte", also der Druckerei, bis zum Registrierungsort zurückgelegt hat. Gewichtiger sind jedoch die Informationen zu bereits registrierten Scheinen, sobald diese nämlich erneut in der Datenbank auftauchen. Um hier keinem Schelm aufzusitzen, wird denn auch die für die breite Öffentlichkeit einsehbare "Tracking-Statistik" nur mit verstümmelten Seriennummern gespeist.
Als Gegenleistung für die Registrierung seiner Banknoten kann sich der Besucher von www.myeuro.info in einen Newsletter eintragen, an dem momentan noch dürftig frequentierten Diskussionsforum teilnehmen oder aber Basisstatistiken zu den Euro-Banknoten studieren. Außerdem versprechen die Website-Betreiber, jeden Nutzer zu benachrichtigen, sobald ein von ihm registrierter Schein erneut erfasst wird. Insofern können also die Teilnehmer ganz ihre Beziehung zum Gelde noch persönlicher gestalten.- gra
Unter "Tracking" sind die 30 zuletzt eingetragenen Banknoten sichtbar.
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