Archiv-News 24.02.2004

EZB-Neubau als neue Frankfurter Landmarke

Bis spätestens 2009 soll das neue Aushängeschild der Europäischen Zentralbank am östlichen Main-Ufer in Frankfurt stehen. Die besten drei Architektenentwürfe zum Neubau der Bankzentrale wurden nun prämiert. Gewinner ist das österreichische Team "Coop Himmelb(l)au", das die alte Markthalle als Eingangsbereich in einen parallel dazu vorgesehenen sogenannten "Groundscraper" integriert. Über diesem Bau sollen zwei polygonale Zwillingstürme entstehen.

Offen ist derzeit allerdings noch ein wichtiger Punkt: Zu den Gesamtkosten schweigt sich die EZB derzeit aus. Insider rechnen jedoch auf der Grundlage des Baus des Commerzbank-Towers mit Kosten von bis zu einer Millliarde Euro. Bekannt ist, dass die Institution 2002 für das Areal der alten und unter Denkmalschutz stehenden Markthalle 60 Mill. Euro an die Stadt gezahlt hatte. Entstehen sollen auf den 120.000 Quadratmetern insgesamt 2.500 Arbeitsplätze auf einer Hauptnutzfläche von 97.000 Quadratmetern. Die EZB wird davon zunächst 1.500 selbst in Anspruch nehmen. Der Rest soll den nationalen Notenbanken sowie anderen Gästen offenstehen. Vor dem Hintergrund des Wachstums der EZB soll jedoch eine nachträgliche Erweiterung um weitere 1.000 Arbeitsplätze von vorne herein eingeplant werden. Derzeit arbeiten 1.200 Mitarbeiter für das Institut, verteilt auf drei Standorte.

Der Neubau der Europäischen Zentralbank (EZB) müsse die Werte der Bank "Effizienz, Transparenz und Kompetenz" repräsentieren, so der EZB-Vizepräsident Lucas Papademos in Frankfurt gegenüber der Presse. Dies treffe der Entwurf vom Himmelb(l)au. Er integriere die 1926 erbaute Markthalle des Architekten Martin Elsaesser ins Gesamtprojekt und vereine so Alt und Neu. Die 220 Meter lange Halle erhält im Entwurf der Österreicher ein Glasdach und fungiert als Eingangsbereich für die Zentralbank. Parallel zu ihr entstehe der sogenannte Groundscraper, der unter anderem Konferenzräume beherbergen wird. Über diesem Flachbau sollen zwei polygonale Zwillingstürme mit den Mitarbeiterbüros in die Höhe ragen.

Insgesamt hatten sich mehr als 70 Architekten an der Ausschreibung des Neubaus der EZB beworben. In die engere Wahl hatte die Jury dann im vergangenen August zwölf Entwürfe genommen, die zu detailierteren Entwürfen aufgefordert worden waren. Mitte Februar hatte das Gremium die besten drei Bebauungslösungen prämiert. Neben dem Wiener Architekturbüro Coop Himmelb(l)au platzierten sich das Berliner Team "ASP Schweger Assoziierte" und die deutsch-malaysische Gruppe "54f architekten/T.R. Hamzah &Yeang" auf Platz zwei und drei. Die EZB wird bis März darüber beraten, welche der Entwürfe nun nochmals überarbeitet werden sollen. Die endgültige Entscheidung über die Realisierung fällt Ende des Jahres, wie die EZB mitteilte. Baugebinn könnte dann bereits im nächsten Jahr sein.

Alle eingereichten Entwürfe für den Neubau der EZB sind noch bis zum 14. März 2004 im Architektur Museum am Frankfurter Schaumainkai zu sehen. Der Eintritt ist kostenlos. - cs

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