Archiv-News 15.03.2001
Expansionskosten drücken Gewinn der comdirect
Die deutsche comdirect bank AG hat im Geschäftsjahr 2000 nach Steuern 35,2 Mill. Euro und damit 18,5 Mill. Euro oder 110,8% mehr verdient als im Jahr davor. Hinsichtlich der Entwicklung bei der deutschen Mutter gibt es also aus Quickborn Positives zu hören. Konzernweit sieht die Entwicklung jedoch weniger positiv aus. Im konsolidierten Konzernabschluss, also inklusive der Töchter in Frankreich, Großbritannien, Italien und Spanien, kommt die comdirect lediglich auf einen Jahresüberschuss von 2,7 Mill. Euro. Ein Blick auf die Kundenzahlen unterstreicht dieses Ergebnis. Zwar konnte per 31. Dezember 2000 mit 577.000 Kunden, davon 539.000 Depot-Kunden, die europäische Spitzenstellung verteidigt werden, wie der Broker nicht ohne Stolz mitteilte. Doch tragen die ausländischen Ableger gerade einmal 2.000 Kunden dazu bei. Insgesamt kamen im abgelaufenen Geschäftsjahr konzernweit 300.000 neue Kunden zur comdirect.
Die Zahl der ausgeführten Orders stieg ebenfalls kräftig auf 10,3 Millionen nach 3,9 Millionen im Vorjahr. Dementsprechend positiv entwickelte sich der Provisionsüberschuss, der den Angaben nach auf 190,9 Mill. Euro zulegte (i.V. 77,3 Mill. Euro). Den Zinsüberschuss vor Risikovorsorge bezifferte die comdirect mit 57,7 Mill. Euro, eine Verbesserung um 35,2 Mill. Euro. Die Verwaltungsaufwendungen in Höhe von 221 Mill. Euro, besonders aber die darin enthaltenen Aufbaukosten für die ausländischen Töchter sowie den zweiten deutschen Standort in Kiel wurden von der comdirect als Ursache für den mageren Jahresüberschuss verantwortlich gemacht. Im Vorjahr belief sich der Verwaltungsaufwand auf 85,4 Mill. Euro. Die Zahl der Mitarbeiter stieg von 761 auf 1.536.
Durchaus eindrucksvoll ist die Höhe des im Jahr 2000 über die comdirect abgewickelten Wertpapierumsatzes: 36,6 Mrd. Euro nach 15,8 Mrd. Euro in 1999. - gra
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