Archiv-News 02.03.2001
Europa holt auf
Grundsätzlich positiv äußerte sich Prof. Dr. Bernd Fahrholz über die europäische Wirtschaft anlässlich eines Vortrags vor der "American Chamber of Commerce in Germany" am 1. März in Frankfurt. Wie die Bank mitteilt, habe Europa Tritt gefasst und sei konjunkturell zuletzt sogar an den USA vorbeigezogen. Grund für die augenblicklich robuste Konjunktur seien die Fortschritte in der Konsolidierung der Staatshaushalte und die Einführung des Euro, heißt es. Fahrholz betonte, die heutige Eurozone gehe nun "mit den besten gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen seit Ende der 60er Jahre ins Rennen“. Die Zeiten, "in denen Europa eine Lungenentzündung bekam, wenn die USA sich erkälteten“, sind vorbei, so Fahrholz.
Die deutsche Steuerreform stärke in den nächsten Jahren vor allem die Unternehmen, die amerikanische hingegen die Kaufkraft. Entscheidend sei aber auch, dass sich Deutschland weiter der "New Economy öffne. Die Förderung moderner Technologien, offenere und deregulierte Märkte, die Liberalisierung des Arbeitsmarktes, veränderliche Unternehmensstrukturen und soziale Akzeptanz des verschärften Wettbewerbs seien unverzichtbar. Ein weiterer bedeutender Schritt ist für Fahrholz die Entwicklung einer eigenen europäischen Aktienkultur. Ein Mentalitätswandel sei in der neuen Aktien- und Selbständigenkultur bereits erkennbar. In anderen Bereichen, wie der Biotechnologie, dem Bildungswesen oder der Zuwanderungsfrage seien aber "sicherlich noch erhebliche Kraftanstrengungen nötig“. Europa müsse im Rahmen der Globalisierung selbstbewusst seine eigenen Ideen entwickeln und umsetzen, gerade auch vor dem Hintergrund seiner Geschichte und kulturellen Vielfalt. - wag
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