Archiv-News 06.02.2004
Erster Verkauf einer Sparkasse perfekt
Deutschland hat seine erste verkaufte Sparkasse. Es handelt sich dabei um die Stadtsparkasse Linz, die mit einer Bilanzsumme von 168,3 Mill. Euro per 31. Dezember 2002 auf Rang 512 von insgesamt 519 Sparkassen in Deutschland rangierte. Die Stadt Linz als Gewährträger verkaufte "ihr" Institut für 5,5 Mill. Euro an die angrenzende Sparkasse Neuwied.
Das teilte das Wirtschaftsministerium Rheinland-Pfalz Ende vergangener Woche mit. Diese Transaktion unterscheidet sich vom angestrebten Verkauf der Sparkasse Hansestadt Stralsund in drei Fällen. Erstens ist auf Grund der regionalen Lage ein anderes Sparkassengesetz einschlägig. Dieses erlaubt seit der Novellierung im Jahre 1999 den rheinland-pfalzischen Sparkassen die Umwandlung von Rücklagen in Stammkapital. Ein solches Stammkapital wies zweitens die Stadtsparkasse Linz auch tatsächlich aus. Dessen Höhe wurde nun an den Gewährträger bezahlt. Folglich wurden also zur Bewertung keinerlei andere Faktoren des Verkaufspreises (etwa Kundenstamm) herangezogen.
Drittens wurde das Institut an eine Sparkasse, zudem noch an eine angrenzende veräußert. Ein Verkauf an "einen Privaten, beispielsweise eine private Bank" schließe im Übrigen das rheinland-pfälzische Sparkassengesetz aus, so das Wirtschaftsministerium. In Stralsund wird von Seiten der Gewährträger dagegen der Verkauf an eine Privatbank favorisiert. Die als Fusion bezeichnete Transaktion wurde zum 1. Februar 2004 wirksam. Die Sparkasse Neuwied belegte zum Ultimo 2002 mit einer Bilanzsumme von 1,73 Mrd. Euro Platz 169 in der deutschen Sparkassenrangliste. Das neue Institut verfügt eigenen Angaben zufolge über 630 Mitarbeiter in 52 Geschäftsstellen. - gra
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