Archiv-News 09.02.2001

Entwicklung des Konjunktur unklar - Anleger halten sich zurück

Bei lustlosem Handel bestimmten einzelne Unternehmensmeldungen die Tendenz am deutschen Aktienmarkt. Insbesondere die Verunsicherung über die weitere konjunkturelle Entwicklung hielt viele Anleger in der Reserve. Das teil die Commerzbank in ihrem wöchentlich erscheinenden Börsenbericht mit. Gleichzeitig irritierten die enttäuschenden Quartalszahlen einiger US-Technologiefirmen und die dadurch ausgelöste erneute Schwäche an der Nasdaq sowie Probleme bei der Placierung der Aktien des Mobiltelefon-Unternehmens Orange, heißt es. Im Wochenvergleich schlossen sowohl der DAX wie auch der Nemax nahezu unverändert.

In den nächsten Wochen dürften die Kurse am deutschen Aktienmarkt weiter seitwärts tendieren. Zum einen sein die negativen Unternehmenszahlen weitgehend in die Kurse eingeflossen, damit ist der Markt nach unten gut abgesichert. Zum anderen belaste die Unsicherheit über die Wachstumsaussichten des Euro-Raumes. In den USA sei bereits eine spürbare Konjunkturabkühlung zu konstatieren. Auf Jahresbasis rechnen die USA nur noch mit einem Wachstum von 1,8%. Die Talsohle sollte allerdings schon im Frühjahr erreicht werden. Die Auswirkungen auf Euroland seien überdies als gering zu veranschlagen, da nur ein kleiner Teil des europäischen Warenhandels auf den amerikanischen Raum entfällt. Gleichzeitig stärke die Rentenreform den Bedarf an privater Altersvorsorge. Davon würden die Börsen profitieren, denn mit Aktien sei im Langzeitvergleich die beste Performance zu erzielen. Insgesamt erwarten die Commerzbank-Volkswirte in Euroland für 2001 ein Wachstum von 2,75%. Auch die im Vergleich zu US-Firmen besseren Ertragsperspektiven machten europäische Aktien aus Sicht internationaler Investoren attraktiv. Deshalb scheint mittelfristig einem Anstieg des DAX in Richtung 8000 Punkte nichts im Wege zu stehen. Überdurchschnittliche Kurschancen sieht die Commerzbank bei ausgewählten Titeln aus dem Technologiebereich wie Siemens sowie bei zyklischen Aktien wie Linde. Auch der Neue Markt-Titel LPKF Laser biete eine interessante Alternative.

Weitgehend auf der Stelle bewegte der europäische Rentenmarkt, der unter dem hohen Emissionsvolumen und einem leicht abbröckelnden Eurokurs litt, so die Commerzbank. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen hätte sich um 4,80% bewegt. Da in den nächsten Wochen weitere Zinssenkungen in den USA anstünden und in Euroland die Inflationsrisiken derzeit als gering eingestuft würden, sollten sich die Kapitalmarktzinsen in den nächsten Wochen weiter seitwärts bewegen. Mit einem sich aufhellenden Konjunkturumfeld in Übersee werden auch in Euroland die Renditen im Zehnjahresbereich wieder die Marke von 5% übersteigen, so die Einschätzung der Analysten. Bei Neuanlagen empfiehlt die Bank unverändert Zinstitel im mittleren Laufzeitenbereich, wobei unter Renditegesichtspunkten Pfandbriefe und Inhaberschuldverschreibungen von Banken zu bevorzugen sind. - wag

http://www.gelon.de/content.php?action=showContent&contentID=13490">Commerzbank sieht gute Chance für europäische Aktien vom 5.2. 2001

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