Archiv-News 18.03.2004

Dresdner Bank nähert sich langsam der Gewinnschwelle

Die Dresdner Bank hat im Jahr 2003 mächtig gespart und ihren Verwaltungsaufwand um ein Fünftel auf 5,9 (i.V. 7,5) Mrd. Euro gedrückt. Dennoch reichte dies nicht aus, um in die Gewinnzone zurückzukehren. Restrukturierungskosten und Abschreibungen auf Beteiligungen sorgten unter dem Strich für einen Jahresfehlbetrag von 2,0 (Fehlbetrag 0,9) Mrd. Euro.

Das operative Ergebnis konnte in der Berichtszeit auf minus 0,3 (minus 2,3) Mrd. Euro verbessert werden. Neben dem massiven Kostenrückgang schlug sich hier die Kreditrisikovorsorge positiv nieder, die auf 1,0 (2,2) Mrd. Euro mehr als halbiert wurde. Dafür ist die Entkonsolidierung der Hypothekentochter Deutsche Hyp, vor allem aber die Portfolio-Bereinigung durch die Institutional Restructuring Unit (IRU) verantwortlich, welche die ihr zugeordneten Risikoaktiva in 2003 durch Verkäufe über den Kapitalmarkt auf zehn 10 Mrd. Euro nahezu halbierte.

Dieser Abbau strahlte allerdings auch auf den Zinsüberschuss vor Risikovorsorge ab, der mit 2,5 (3,3) Mrd. Euro um 23% unter dem Vorjahreswert lag. Der Provisionsüberschuss war um 16% auf 2,6 (3,1) Mrd. Euro geschrumpft. Lediglich das Handelsergebnis tendierte positiv mit plus 46% auf 1,5 (1,0) Mrd. Euro.

Im nicht operativen Bereich folgte die Dresdner Bank dem Beispiel der Commerzbank und der HypoVereinsbank und setzte das Skalpell bei ihren Beteiligungen an. Wertberichtigungen auf den aktuellen Marktwert zogen zwar jetzt ein Ergebnis aus Finanzanlagen von minus 1,1 (plus 2,8) Mrd. Euro nach sich. Damit wurden aber die stillen Lasten ein für allemal eliminiert und der Grundstein für künftig positive Finanzanlageergebnisse gelegt. Das Restrukturierungsprogramm, in dessen Rahmen innerhalb eines Jahres 4.756 Mitarbeiter abgebaut wurden, kostete das Kreditinstitut 840 Mill. Euro. Bereits im Vorjahr wurde dafür 231 Mill. Euro aufgewendet. Vor diesem Hintergrund verschlechterte sich das Ergebnis vor Steuern auf minus 2,9 (minus 1,1) Mrd. Euro. 2004, so erklärte die Dresdner Bank abschließend, soll ein positives Ergebnis erzielt werden. Dieses Ziel will das Kreditinstitut durch gesteigerte Effizienz und wachsende Erträge erreichen. – cs/gra

ähnliche Artikel:
Commerzbank sieht sich auf richtigem Kurs vom 18.02.2004
Verschlankte Deutsche Bank steigert Gewinn vom 05.02.2004
Dresdner Bank schreibt operativ noch rot vom 14.11.2003

© 2000-2012 Gelon.de

szmtag