Archiv-News 07.02.2001

DreBa-Chefvolkswirt fordert Pensionsfonds nach US-Vorbild

Der Chefvolkswirt der Dresdner Bank AG, Klaus Friedrich, hat die mit der Rentenreform befassten politischen Instanzen auf Chancen zur Verbesserung der Rentenreform hingewiesen. Die vom Bundestag verabschiedete Rentenreform sei grundsätzlich ein entscheidender Schritt in die richtige Richtung, doch könne bis zur endgültigen gesetzlichen Verankerung noch einiges verbessert werden, so Friedrich. Die Bürger liefen Gefahr, das Ausmaß ihrer Versorgungslücke im Alter zu unterschätzen. Hier müssten genügend Anreize für den nötigen privaten Vermögensaufbau geboten werden, forderte er. So solle gerade die Palette der Anlageformen nicht eingeschränkt werden, sondern durch mehr Wahlfreiheit attraktiver gestaltet werden. Friedrich sieht für das Renditepotenzial und damit auch für die Anziehungskraft auf die Vorsorgesparer zu enge Grenzen in der Verpflichtung, zu Beginn der Auszahlungsphase mindestens die eingezahlten Beiträge zu garantieren.

Zudem kritisierte der Volkswirt, dass die Bundesregierung keine Pensionsfonds nach angelsächsischem Vorbild zulassen wolle. Diese operierten erfolgreich und unterlägen nur wenigen Anlagevorschriften. Stattdessen werde ein neuer, auf risikolosere und folglich weniger renditeträchtige Versicherungsprodukte ausgerichteter Fondstyp von der Regierung favorisiert. Gerade im Hinblick auf die 2005 in Kraft tretende EU-Richtlinie für europataugliche Pensionsfonds sollten in Deutschland besser nach internationalem Standard konzipierte Pensionsfonds aufgelegt werden. Denn dann müssten deutsche Anbieter ähnliche Leistungen anbieten können wie ausländische, um im Wettbewerb zu bestehen, so Friedrich.- gra

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