Archiv-News 15.02.2001

Die Telebörse: Luft ist raus

Kaum neue Kunden, aber Millionen für die Werbung ausgegeben: den ersten Online-Brokern droht das Ende. Das berichtet das Anlegermagazin “Die Telebörse” in seiner Ausgabe vom 8.2.2001. Vor allem das vierte Quartal 2000 hätte in der Branche für Ernüchterung gesorgt. Bei eQ Online wollten gerade mal 83 neue Kunden ihre Wertpapapiergeschäfte abwickeln, heißt es. Die schlechte Geschäftsentwicklung in Deutschland habe dann den ansonsten profitablen Konzern tief in die roten Zahlen gerissen. Auch anderen ginge es nicht besser. Systracom hatte Ende Januar knapp 8000 Kunden, die BfG-Bank Tochter SEBdirect weniger als 4000 Kunden, heißt es weiter. Noch beim Start hatte Systracom verkündet mit “nur” 50.000 Kunden profitabel arbeiten zu können. Doch derzeit scheint dieses Ziel für den Broker in weiter Ferne zu sein.

Um weiter Kunden zu gewinnen, werde enormer Marketingaufwand betrieben. Fimatex investiere 800 DM in Werbung, Systracom sogar 3000 DM. Etablierte Anbieter wie die Direkt Anlage Bank würden sich dagegen mit 320 DM begnügen. Ganze 100 Mill. DM kostete den Angaben zufolge die Deutsche Bank bisher ihr Engagement bei Moneyshelf. Bis zur Schließung der virtuellen Pforten verbleiben angesicht der nicht einmal 1000 Kunden aber nur noch wenige Monate, so unken Kenner der Deutschen Bank.

Der Markt ist gnadenlos, die Konkurrenz mörderisch. Für Neulinge bleibt kein Platz mehr, so die Telebörse in Berufung auf Forrester Research. Angesicht dieser Situation hätten sich auch die US-Broker trotz vollmundiger Ankündigungen nicht auf den deutschen Markt getraut. Als abschreckendes Beispiel für die Amerikaner hat nach Meinung des Magazins der Rückzug des schwedischen Brokers Avanza gedient. - wag

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