Archiv-News 29.01.2004

Deutsche kürzten ihre Reisebudgets in 2003

Die Volkswirte der Dresdner Bank haben festgestellt, dass die Deutschen im vergangenen Jahr weniger Geld für Auslandsreisen ausgegeben haben. Der auf der Stuttgarter Touristikmesse veröffentlichten Analyse zur Folge sanken die Ausgaben für Reisen ins Ausland um 5,5% auf 52,5 Mrd. Euro. Das Reiseklima werde sich aber 2004 merklich aufhellen, so die Bankvolkswirte

Gründe für die Reisezurückhaltung der Deutschen seien neben der schlechten Konjunktur der Irak-Krieg, Terrorängste sowie der Ausbruch der Lungenkrankheit SARS gewesen; aber auch die neue Sommerferienregelung und das gute heimische Wetter. Generell sei zu bemerken, dass das Reisebudget der Bundesbürger zusammengeschrumpft und somit die durchschnittliche Reisedauer verkürzt worden sei, so die Analysten der Dresdner Bank.

Von der Urlaubsflaute besonders betroffen seien die Flugpauschalreisen gewesen, die einen Rückgang von sechs bis sieben Prozent zu verbuchen hatten. Der Pauschalreisemarkt sei damit auf den Stand von 1998 zurückgefallen, heißt es. Hinzu komme eine Trendwende, nach der nicht mehr die Pauschalreise über den Reiseveranstalter sondern eine gewisse Art der Selbstorganisation mit Hilfe von Billigfliegern sowie Buchungen im Internet in Mode gekommen sei.

Das Billigflugsegment sowie auch die Last-Minute-Buchungen seien starke Wachstumsbereiche. Vor dem Hintergrund der Terror-Ängste hätten viele Menschen 2003 erst kurzfristig gebucht. Im vergangenen Jahr sei so der Anteil der Last-Minute-Buchungen auf 30% von vormals 10% angestiegen. Dies mindere die Margen und mache die Kalkulationen für die Reiseveranstalter schwierig.

Doch die Fachleute sehen die Kehrtwende kommen. Nach der Konsumzurückhaltung der vergangenen beiden Jahren, werden die Ausgaben der Haushalte in diesem Jahr wieder um 1,5% ansteigen, so die Dresdner-Bank-Analysten. Davon werde auch der Auslandstourismus als eine der wichtigsten deutschen Konsumbereiche profitieren. Die vorliegenden Buchungseingänge bei den Reiseveranstaltern untermauerten diesen Trend. Die Prognose nach den drei schwachen Jahren liegt bei einem Ausgabenzuwachs von etwa fünf Prozent auf 55 Mrd. Euro. Die Einnahmen der Anbieter werden damit um drei Prozent auf 20,6 Mrd. Euro anziehen. Profitieren werden hiervon nicht nur die klassischen Urlaubsziele wie Spanien, Türkei oder Ägypten, sondern auch Fernziele, die vor allem aufgrund des günstigen Wechselkurses an Attraktivität gewinnen dürften. - cs

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