Archiv-News 19.01.2001
Deutsche Aktien tendieren dank US-Märkten freundlich
Freundlich tendierte der deutsche Aktienmarkt in dieser Woche, der sich damit der Entwicklung an den US-Märkten anschloss. Wie die Commerzbank in ihrem wöchentlich erscheinenden Börsenbericht schreibt, haben vor allem die guten Quartalszahlen einzelner US-Technologiewerte die zuvor besonders stark gedrückten deutschen Titel beflügelt. Während der Nemax um gut ein Zehntel zulegte, fielen die Gewinne mit 2% beim DAX verhaltener aus, heißt es.
Nach der Baisse der letzten Monate scheine sich die Börse allmählich zu stabilisieren. Hierzu trage vor allem die Beruhigung an den US-Märkten bei, nachdem dort der Reigen der negativen Quartalsmeldungen allmählich ausliefen, und die Belastungsfaktoren weitgehend in die Kurse eingeflossen seien. Damit könne sich der deutsche Markt wieder auf seine Stärken besinnen. Trotz leichter Abkühlung werde die Wirtschaft in diesem Jahr immer noch um 2,5% wachsen. Zusammen mit der steuerlichen Entlastung ließe dies 2001 die Gewinne der DAX-Unternehmen zweistellig ansteigen. Gleichzeitig mache die erwartete Stabilisierung der Kapitalmarktzinsen auf relativ niedrigem Niveau Aktienanlagen vergleichsweise attraktiv, so dass die derzeit vorgehaltene hohe Liquidität bei Institutionellen und Privaten wieder verstärkt in Aktien fließen könnte. Dies eröffne dem Markt ein kräftiges Potenzial nach oben. Bei Käufen müssten aber unbedingt fundamentale Faktoren Beachtung finden. So sieht die Commerzbank gute Kurschancen bei Siemens sowie Linde, die im zukunftsträchtigen Bereich der regenerativen Energie tätig ist und auch charttechnisch vielversprechend erscheint. Fondslösungen seien für mittelfristig orientierte Anleger eine interessante Alternative, so die erneute Empfehlung der Commerzbank Spezialisten.
Weitgehend auf der Stelle hätte sich der Rentenmarkt bewegt, der nach wie vor unter der Flut von Neuemissionen leide. Die Bestätigung der Leitzinsen durch die EZB blieb ohne Marktwirkung, heißt es weiter. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen pendelte weiter um 4,80%. Auch in den nächsten Monaten dürften sich die Kapitalmarktzinsen überwiegen seitwärts bewegen. Die raue Landung der US-Konjunktur lässt zwar dort allein noch im ersten Halbjahr Leitzinssenkungen um weitere 100 Basispunkte erwarten. Da gleichzeitig die europäische Wirtschaft leicht an Schwung verliert und die Inflationsrisiken derzeit unter Kontrolle sind, dürfte die EZB auf Leitzinsänderungen verzichten, so die Commerzbank. Erst wenn im Zuge einer Erholung der amerikanischen Wirtschaft auch die US-Renditen wieder erkennbar nach oben tendieren - und dieses sollte in der zweiten Jahreshälfte erfolgen -, würden die Renditen in Euroland die 5% wieder überschreiten. Bei Käufen biete sich Anleihen im Laufzeitenbereich zwischen drei und fünf Jahren an, wobei aus Renditegesichtspunkten Pfandbriefe zu bevorzugen seien. Auch Aktienanleihen seien für risikobewusste Anleger attraktiv. - wag
© 2000-2012 Gelon.de