Archiv-News 01.03.2001
Das Handy als Portmonee
Das Handy ersetzt zunehmend die traditionelle Geldbörse. Davon ist die Paybox.net AG überzeugt. Auf der Computermesse CeBIT 2001 wird das Unternehmen die mobile Geldbörse erstmals auf einem GPRS-Handy vorführen. Damit können dann Einkäufe in WAP-Shops direkt über das Handy bezahlt werden, stellt Paybox in Aussicht. Ein Klick auf die Option Paybox genüge, um den Zahlungsvorgang zu starten. Danach müsse der Kaufbetrag nur noch mit der Paybox-PIN autorisiert werden. Momentan kann laut Paybox bei rund 500 e-Shops und mehr als 3600 mobilen Dienstleistern wie Taxi- und Pizzadiensten auf diese Weise bezahlt werden. Zwölf deutschen Lindner-Hotels sind zudem die ersten stationären Bezahlstationen. Der Einsatz in Kaufhäusern und Fachgeschäften wird in Zusammenarbeit mit der Deutschen Bank AG derzeit in einer Pilotstudie getestet, heißt es
Außerdem ist es seit Februar 2001 möglich, via Paybox Geld auf alle 50 Millionen Handys in Deutschland zu senden. Benötigt werde dazu lediglich die Handynummer des Emfängers. Vorerst ist diese Art der Überweisung gebührenfrei, bei der Paybox in der Anfangszeit sogar beiden Zahlungspartnern jeweils fünf Mark gutschreibt, verspricht das Unternehmen. Bedingung dafür ist allerdings, dass der Empfänger nach Entgegennahme der Überweisung seine Paybox vollständig freischalten lässt. Ins europäische Ausland expandiert Paybox ebenfalls. In Schweden, Österreich und Spanien würden Akzeptanzstellennetze aufgebaut, zu denen dann private Geldüberweisungen von Paybox zu Paybox möglich seien.
Der Bezahlvorgang stellt nach Ansicht des Unternehmens keine Schwierigkeit dar. Die Akzeptanzstelle, beispielsweise der Pizzalieferant, startet den Zahlungsvorgang und übermittelt die Paybox-Nummer des Kunden und den Betrag an die Paybox, heißt es. Der Kunde wird nach wenigen Sekunden von der Paybox auf seinem Handy angerufen und muss den Betrag mit seiner vierstelligen persönlichen Paybox-PIN bestätigen. Der ganze Vorgang dauert lediglich 30 Sekunden, so Paybox. Allerdings müssen Kunde und Händler bei Paybox registriert sein. Voraussetzungen zur Nutzung sind zudem nur der Besitz eines Handys und ein Girokonto. Zusätzliche Hard- oder Software sei nicht erforderlich. Die Paybox funktioniere mit jedem Handy und in allen Mobilfunknetzen. Die Beträge für Waren und Dienstleistungen würden schließlich per Lastschriftverfahren vom Girokonto des Handybesitzers abgebucht und mit der jeweiligen Akzeptanzstelle verrechnet.
An der paybox.net AG ist die Deutsche Bank AG mit 50% und die debitel AG mit 4,8% beteiligt. Die übrigen Anteile liegen beim Vorstand und den Mitarbeitern. Für den Betrieb der Paybox hat das Unternehmen Partnerschaften geschlossen, unter anderem mit der Deutsche Bank (Zahlungsabwicklung), Lufthansa Systems (Rechenzentrum, Datensicherheit), Oracle (Software), Compaq und Hewlett-Packard (Hardware) und Intershop (E-Commerce-Systeme). - gra
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