Archiv-News 20.02.2004
Crandy steigt als zweiter Anbieter ins mobile Zahlen ein
Das mobile Bezahlen per Handy wird wieder interessant. Nachdem Moxmo Ende 2003 als Nachfolger von paybox seinen Dienst aufnahm, ist nun die im Juni 2003 gegründete NCS Mobile Payments GmbH unter dem Label "Crandy" auf dem deutschen Markt aktiv.
Der große Launch von "Crandy" ist für die Cebit Mitte März geplant, so ein Sprecher der NCS im Gespräch mit Gelon.de. Dann erhofft sich das Unternehmen auch einen kräftigen Anstieg der Nutzerzahlen, denn bis Mitte Januar konnten erst 120 Kunden geworben werden. Wichtiger als die puren Registrierungszahlen ist Crandy allerdings die Häufigkeit der Transaktionen. Nicht jeder, der sich anmelde, sei auch wirklich mit Überweisungen aktiv, so der Sprecher weiter. Doch genau die Transaktionen sind es, mit denen Crandy Geld erwirtschaftet.
Denn anders als bei Moxmo zahlt der Empfänger einer Crandy-Überweisung generell eine Gebühr, die mindestens 18 Cent betrage. Auch in einem anderen Punkt unterscheidet sich Crandy gänzlich vom Wettbewerber: Basis des Crandy-Systems ist eine Geldkarte, die aufgeladen und durch Überweisungen an andere Crandy-Nutzer oder beim Aufladen der Handy-Prepaid-Karte entleert werden kann. Java-fähige Handys kommen hierbei ohne die sprachgesteuerte Version des mobilen Bezahlens aus. Für alle anderen Mobiltelefontypen führt ein Interactive Voice Response System durch das Transaktionsmenü.
Dem Nutzer stehen zwei Varianten der Mitgliedschaft bei Crandy offen. In der vereinfachten Form kann sich der Neukunde per Anruf oder SMS an eine 0800-Nummer bei Crandy anmelden und dann ohne Nennung seines Namens und nur mit seiner Handynummer Kunde werden. Damit stehen ihm unter anderem Funktionen wie Geld an einen anderen Crandy-Kunden übertragen, seine Prepaid-Handy-Karte mit 15 Euro aufladen, Logos und Klingeltöne herunterladen oder in Geschäften sowie bei Ebay bezahlen. Vorab muss er allerdings per Banküberweisung sein Crandy-Konto mit einem bestimmten Betrag "aufladen".
Die zweite Variante der Mitgliedschaft im Bezahlsystem ist die Vollanmeldung über das Internet. Per Postident-Verfahren werden dabei die Daten des Kunden nach Bonität und Legitimation geprüft. Zusätzlich zu vollen Namen und Anschrift läßt der Kunde seine Bankverbindung, den Handytyp und -Provider registrieren. Der Vorteil für den Nutzer ist dann, dass er sein Crandy-Konto via Handy vom Girokonto aufladen bzw. auch Beträge vom Crandy-Konto wieder zurück auf dass eigene Girokonto überweisen kann. Aus regulatorischen Gründen ist allerdings ein Betrag von höchstens 150 Euro auf dem Crandy-Konto möglich, wie der Sprecher einräumte. Für Händler bedeutet die Voll-Mitgliedschaft, dass die über Crandy erwirtschafteten Gutschriften automatisch auf das eigene Girokonto transferiert werden.
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