Archiv-News 12.03.2001

Commerzbank sieht Frühlingserwachen an den Börsen

In einem insgesamt etwas freundlicheren Licht präsentierte sich der deutsche Aktienmarkt in der abgelaufenen Woche. Die Investmentspezialisten der Commerzbank begründen diese Tendenz in ihrer wöchentlichen Markteinschätzung mit den teilweise hohen Liquiditätsbestände der institutionellen Anleger. Diese nutzten das niedrige Kursniveau für vorsichtige Käufe von Qualitätstiteln vor allem aus den Sektoren Technologie, Pharma und Finanzen, heißt es. Zum Wochenschluss drückten dann allerdings Gewinnmitnahmen die Börsenstimmung.

Die Commerzbank sieht trotz der unveränderten fundamentalen Rahmenbedingungen bei den Anlegern einen Stimmungsumschwung einsetzen. So kündigten einige führende Fondsmanager an, den Aktienanteil in ihren Portfolios wieder zu erhöhen. Jedoch erst die nächsten Wochen brächten Klarheit, ob dies das lang ersehnte Signal für eine Trendwende am Aktienmarkt ist, prognostiziert die Bank. Von der Unternehmensseite dürften jedenfalls die Belastungsfaktoren weitgehend in die Kurse eingeflossen sein. Der Blick richte sich somit stärker auf die künftige Gewinnentwicklung, für die nach Einschätzung der Commerzbank Zuversicht angebracht sei. Das "Beige Book" konstatiere für die USA in den ersten zwei Monaten 2001 ein schwaches Wachstum und spätestens in der zweiten Jahreshälfte sollte sich dann wieder eine Erholung durchsetzen, heißt es. Damit entfalle eine wichtige Belastung für die Wirtschaft in Deutschland. Eine attraktive Bewertung des Euro, niedrige Kapitalmarktzinsen sowie die Steuerreform und eingeleitete Umstrukturierungen ließen auch im kommenden Jahr einen zweistelligen Anstieg der Unternehmensgewinne erwarten, so die Bank. Dies bilde eine solide Basis für einen Kursanstieg beim DAX. Momentan empfiehlt die Commerzbank privaten Anlegern einen vorsichtigen Positionsaufbau in Qualitätstiteln, wobei gute Chancen im Technologiebereich bei Siemens und bei Zyklikern wie Linde gesehen werden. Zudem erscheine SGL Carbon als eine interessante Anlagealternative.

Der europäische Rentenmarkt bewegte sich weitgehend auf der Stelle - die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen pendelte um 4,75%. Für die nähere Zukunft gehen die Experten der Commerzbank von weiteren Zinsschritten um insgesamt 50 Basispunkte in den Vereinigten Staaten aus. In Euroland wird dagegen eine Seitwärtsbewegung der Kapitalmarktzinsen erwartet. Denn der EZB-Präsident habe die Notwendigkeit einer Zinssenkung in Abrede gestellt, heißt es. Erst mit dem erwarteten Anstieg der US-Zinsen im zweiten Halbjahr und nachlassender Zinssenkungsfantasie in Euroland werden die Renditen wieder leicht anziehen, heißt es weiter. Bei Neuanlagen in festverzinsliche Wertpapiere rät die Commerzbank zu Anleihen im Laufzeitenbereich von drei bis 4 Jahren. Der Schwerpunkt sollte auf Pfandbriefen und Bankschuldverschreibungen liegen. - gra

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