Archiv-News 11.01.2001

Brokervergleich: ENTRIUM mit deutlich verbessertem Angebot

Der Ende Oktober mit 15 Onlinebrokern gestartete gelon-Brokervergleich wird mit der heutigen Aktualisierung auf 19 Anbieter erweitert. Die zwei jüngsten Branchenvertreter sind die wallstreet:online trading GmbH und die Credit Suisse (Luxembourg) S.A. Auf Anhieb konnten beide allerdings keinen der vorderen Plätze erreichen. Für eine Überraschung sorgte die ENTRIUM Direct Bankers AG: Die Nürnberger haben mit sofortiger Wirkung sowohl die Depotgebühr als auch die Limitgebühr ersatzlos gestrichen. Diese kundenfreundliche Veränderung brachte den Nürnbergern die Silbermedaille in der Kategorie "Gebühren" ein. Außerdem hat ENTRIUM die Guthabenverzinsung erhöht. In der Gesamtwertung verbesserte sich ENTRIUM vor diesem Hintergrund um zwei Plätze auf Rang acht. Eine weitere Anpassungen betrifft die Netbank, die nun ab rund 98.000 DM das Guthaben mit 4,79% verzinst. Die Bewertung der Netbank hat sich dadurch allerdings nur marginal verbessert. Ausführlich werden im Folgenden die Angebote der beiden Debütanten beleuchtet.

wallstreet:online trading nutzt in erster Linie den hohen Bekanntheitsgrad ihrer Internet-Site. Bei der Abwicklung von Transaktionen und der Depotführung arbeiten die Berliner eng mit SEBdirect zusammen, die für dieses Geschäft das nötige Know How und die überaus wichtige Vollbanklizenz mitbringt. Resultat dieser Kooperation ist ein ebenso preisgünstiges wie schmales Angebot, das logischerweise stark dem Modell der SEBdirect ähnelt. Aber es gibt auch Unterschiede. Der markanteste betrifft die Transaktionsgebühr. Für jede Order wird ein Preis (Flat Fee) von 14,95 Euro bzw. 29,24 DM berechnet. Positiv zu werten ist, das keine Limitgebühren anfallen. Zudem werden teilausgeführte Orders sehr kundenfreundlich behandelt - nur die erste Teilausführung wird in Rechnung gestellt. Großes Manko von wallstreet:online trading ist, ausschließlich per Internet geordert werden kann. Wie bei dem Partner SEBdirect sorgt dieser Umstand für eine Abwertung, so dass wallstreet:online trading lediglich auf Platz 15 im gelon.de-Vergleich landete.

Credit Suisse rangiert sogar auf Platz 18 und somit auf dem vorletzten Platz. Diese schlechte Bewertung ist auf die vergleichsweise sehr hohen Gebühren zurückzuführen. Allerdings bietet die Credit Suisse einiges für das Geld ihrer Kunden. Der Depotinhaber kann auf ein komplettes Paket mit sehr guten Serviceleistungen zugreifen. So ist es beispielsweise möglich, liquide Mittel in vier verschiedenen Währungen anzulegen - dies sollte sowohl bei der Verzinsung als auch bei Wertpapiertransaktionen an den internationalen Börsen von Vorteil sein. Die fundierte Erfahrung im Wertpapiergeschäft sprechen ebenfalls für die renommierte Credit Suisse. Anzumerken ist, dass es sich bei Credit Suisse um einen ausländischen Broker handelt. In diesem Falle unterliegt die Geschäftsbeziehung zwischen Kunde und Broker dem luxemburgischen Recht. Fazit: Das Angebot scheint schwerpunktmäßig auf international agierende Anleger mit überdurchschnittlichem finanziellen Spielraum ausgerichtet zu sein. - gra

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