Archiv-News 01.02.2001

Beste Euro-Vorbereitungen prämiert

Am 1. Januar 2002 müssen europäische Unternehmen ihre Systeme und Geschäftsprozesse auf den Euro umgestellt haben. In der Annahme, dies sei durch eine einfache Umstellung der Buchhaltung zu schaffen, wiegen sich angesichts der noch verbleibenden Zeit noch viele, vor allem kleinere Unternehmen in trügerischer Sicherheit, so die Auffassung der Association for the Monetary Union of Europe (AMUE). Doch der Umstellungsprozess erfordere rechtzeitige Planung: Sämtliche Geschäftsprozesse, vom Einkauf über Abrechnung, Finanzierung. Personal-management, Kunden- und Lieferantenbeziehungen bis zum Verkauf müssten auf Eurofähigkeit geprüft werden.

Um kleinen und mittleren Unternehmen einen Antrieb zur rechtzeitigen Euro-Umstellung zu geben, rief die AMUE den Wettbewerb "Euro-Trophies" ins Leben, der auf europäischer und nationaler Ebene ausgeschrieben wurde. Partner des deutschen Wettbewerbs waren neben der Europäischen Union die IBM Deutschland und die Deutsche Bank, so die Angaben. Die Euro-Trophies werden an Unternehmen vergeben, die eine rechtzeitige und erfolgversprechende Vorbereitung auf den Euro vorweisen können, heißt es weiter. Zugleich wollten die Initiatoren damit noch einmal nachdrücklich auf den Handlungsbedarf angesichts der bevorstehenden Währungsumstellung aufmerksam machen.

An der Preisverleihung der Euro-Trophies an die deutschen Preisträger in Frankfurt hätte auch der Bundeswirtschaftsminister Dr. Werner Müller teilgenommen und damit die große Bedeutung unterstrichen, die die Bundesregierung der Eurovorbereitung beimesse. Aus seiner Sicht spreche die gute konjunkturelle Verfassung in Europa ebenso wie die tiefgreifenden strukturellen Reformen, die im letzten Jahr auf den Weg gebracht wurden, für einen starken Außenwert des Euro. Kleinen und mittleren Unternehmen rate er zu einer rechtzeitigen und gut durchdachten Vorbereitung auf den Euro: "Wer bei der Umstellung die Nase vorn hat, kommt nicht unter Zugzwang. Der Zeitbedarf für die Umstellung ist nicht zu unterschätzen. Nur so lassen sich Engpässe vermeiden, die bei einer späten Umstellung eintreten können", so Müller. Das Bundeswirtschaftsministerium werde seine Öffentlichkeitsarbeit für den Euro intensivieren und dabei mit allen Beteiligten eng zusammenarbeiten.

Die drei siegreichen Unternehmen waren die Schiasse GmbH, Wuppertal, die Schwingel Automaten GmbH & Co., Dorsten und die Velind Chemie GmbH, Schwedt. Erwin Staudt, Vorsitzender der Geschäftsführung der IBM-Deutschland GmbH dazu: "Diese Firmen haben analytisch und mit Flexibilität die Euro-Umstellung angepackt. Sie haben die gesamten Unternehmensprozesse konsequent den Anforderungen der neuen Währung angepasst. Sie sind Beispiele für einen zukunftsgerichteten Mittetstand, den wir in Deutschland brauchen, der das Rückgrat unserer Wirtschaft ist". - wag

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