Archiv-News 18.03.2004
50-Euro-Banknote ist Fälschers Liebling
Die Euro-Fälscher sind in Deutschland auf dem Vormarsch. Im zweiten Halbjahr 2003 konnten die Fahnder des Bundeskriminalamtes in Deutschland über 27.000 falsche Euro-Noten sicherstellen. Besonders häufig tauchen Blüten von 50-und 100-Euro-Noten auf.
Insgesamt konnten im vergangenen Jahr hierzulande 50.205 falsche Euro-Scheine eingezogen werden. Den durch das Falschgeld angerichtete Schaden beziffert die Deutsche Bundesbank mit 3,4 Mill. Euro. Das ist immerhin eine Mill. Euro mehr als noch zu DM-Zeiten. 2001 hatte es in Deutschland trotz der 1997 eingeführten Sicherheitsstandards wie dem Kinegramm, dem Kippeffekt und den Perlglanzfarben 30.000 Fälschungsfälle gegeben, womit ein Schaden von 2,4 Mill. Euro angerichtet worden war.
Die Deutsche Bundesbank hat bisher 3,5 Mrd. echte Euro-Noten ausgegeben. Auch wenn die Anzahl der Fälschungen steige, so kommen nach den neusten Zahlen auf eine Mill. echter Banknoten ganze 15 Fälschungen, so die deutschen Währungshüter. Hoch im Kurs liegen dabei mit einem Anteil von 57,6% die 50-Euro-Scheine. 30,8% aller Blüten sind 100-Euro-Noten. Fünf-, Zehn- und 20-Euro-Scheine werden hingegen vergleichsweise selten nachgemacht. Fälschungen gibt es zudem auch beim Münzgeld. 2003 wurden 13.186 falsche Münzen eingezogen. Zu über 97% waren dies Zwei-Euro-Münzen. Hier entstand insgesamt ein Schaden von 26.692 Euro.
Die Tatsache, dass die Zahl der Fälschungen rapide zunimmt, bereitet den zuständigen Behörden und Notenbanken Kopfzerbrechen. Dieser Anstieg wird zwar auch damit erklärt, dass es kurz nach der Euro-Einführung nur wenige und schlechte Fälschungen gab. Derzeit mausert sich Berlin als Umschlagplatz der häufig in Bulgarien oder Litauen hergestellten falschen Geldscheine. Zudem sind die nun im Umlauf befindlichen Noten immer besser gefälscht. Das gilt vor allem für die 100-Euro-Noten, die in sehr guter Qualität aus Litauen den deutschen Markt erreichten.
Mit der Aufwertung des Euro als international wichtige Währung sei es nur eine Frage der Zeit, bis sich auch asiatische und afrikanische Fälscherbanden dem Euro annehmen, schätzt das Landeskriminalamt in Berlin die Lage ein. Zur eigenen Sicherheit sollte jeder Verbraucher daher immer auf alle Sicherheitsmerkmale achten. Das Motto heiße "Sehen – Kippen – Fühlen". Es gebe keine Fälschung, die bisher alle die Sicherheitsmerkmale perfekt nachahmen könne, so die Behörden. - cs
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Euro-Sicherheitsmerkmale
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