Finanzen-News 08.09.2010

Verschuldung

Zeitung: Banken-Stresstests zeigen nicht alles

Die kürzlich bei europäischen Banken durchgeführten Stresstests zeigen laut einer Studie des "Wall Street Journal" nicht das ganze Bild über das Engagement der Banken in Staatsanleihen verschuldeter europäischer Länder.

New York (dapd/red) - Etliche Banken haben kein so umfassendes Bild vom Umfang der von ihnen gehaltenen Anleihen geliefert wie von den Behörden behauptet, wie die Zeitung am Dienstag berichtete. Einige Banken hätten bestimmte Anleihen verschwiegen, andere die Summe der gehaltenen Bonds um Short-Positionen bereinigt.

Laut Branchenvertretern und teilweise eigenen Angaben der Banken wiesen dadurch mindestens einige Institute wie etwa Barclays und Credit Agricole ein deutlich niedriges Engagement in Anleihen verschuldeter Staaten aus, wie es weiter hieß.

Studie stellt Banken-Stresstest in Frage

Die Studienergebnisse stellen damit ein wichtiges Ziel der Stresstests in Frage. Diese sollten Anlegern und Bankern weltweit die Zuverlässigkeit des europäischen Finanzsystems belegen. Vertreter mehrerer Banken gaben dem Bericht zufolge an, sie hätten sich lediglich an die Vorgaben des unabhängigen Ausschusses der europäischen Bankenaufseher CEBS gehalten. Eine Sprecherin des CEBS habe keine Stellung nehmen wollen.

Beim Stresstest mussten 91 Banken in Europa unter anderem offenlegen, wie viele Anleihen europäischer Staaten sie halten. Stichtag für die Zahlen war der 31. März. Zu der Zeit waren die Sorgen um das Engagement von Banken in Anleihen verschuldeter Staaten und die Zuverlässigkeit des europäischen Finanzsystems groß.

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