Starker Rückgang

Weniger Minijobs - Ist der Mindestlohn schuld?

Die Minijob-Zentrale meldet einen auffälligen Rückgang bei der Anzahl der geringfügigen Beschäftigungen. Warum das so ist, weiß man nicht genau. Ein möglicher Schuldiger ist aber der Mindestlohn, der in bestimmten Branchen zu deutlich höheren Löhnen geführt hat.

Friseur© contrastwerkstatt / Fotolia.com

Bochum/Nürnberg (dpa/red) - Der starke Abbau von Minijobs im ersten Quartal ist nach Einschätzung der Minijob-Zentrale in Bochum wahrscheinlich auch eine Folge des neuen Mindestlohns. Zwar habe die Minijob-Zentrale keine genauen Daten darüber. Auch wenn die Zahlen in der Vergangenheit immer geschwankt hätten, sei der Rückgang der Minijobs in diesem Umfang aber schon "ungewöhnlich", sagte Behördensprecher Wolfgang Buschfort der Deutschen Presse-Agentur.

"Eine gewisse Wahrscheinlichkeit ist sicher da, dass das etwas mit dem Mindestlohn zu tun hat. Andere Gründe fallen uns jedenfalls nicht ein", fügte der Sprecher hinzu.

Deutlich weniger Minijobs gemeldet

Nach seinen Angaben sank die Zahl der Minijobber im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahr um 2,8 Prozent oder knapp 190.000 auf 6,6 Millionen. Im Vergleich zum Vorquartal ging die Zahl der Minijobber sogar um 3,5 Prozent oder 237.000 zurück, berichtete Buschfort. Die größten Verluste meldete die Kfz-Branche: In Autohäusern und Autowerkstätten sank die Zahl der Minijobber um fast 63.000 auf 1,198 Millionen. Ob diese Minijobs ganz weggefallen oder in reguläre Arbeitsplätze mit Versicherungspflicht umgewandelt wurden, wisse man bei der Minjob-Zentrale nicht.

Stundenlohn je nach Branche stark unterschiedlich

Gemessen am bisherigen Durchschnittsverdienst der Minijobber müssten sich die Auswirkungen des Mindestlohns eigentlich in Grenzen halten, sagte der Sprecher. Bereits 2010 habe der durchschnittliche Minijob-Stundenlohn bei 8,19 Euro gelegen. Inzwischen schätzt ihn Buschfort auf 8,30 Euro. Allerdings schwankten die Minijob-Löhne je nach Branche stark. "Im Friseurhandwerk dürften die Stundenlöhne durch den Mindestlohn stark gestiegen sein. Es gibt aber auch Ärzte, die nur wenige Stunden im Monat als Minijobber arbeiten. Bei denen spielt die Mindestlohnregelung gar keine Rolle, weil sie schon bisher deutlich darüber lagen", sagte Buschfort.

Quelle: DPA

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