Finanzen-News 16.07.2010
Bezahlen im Ausland
Welches Reisezahlungsmittel sollte mit in den Urlaub
Die Deutschen sind und bleiben Reiseweltmeister: Trotz schwächelndem Euro und Zukunftssorgen planen 42 Prozent der Deutschen in diesem Jahr fest eine Urlaubsreise. Garant für einen sorgenfreien und kostengünstigen Urlaub ist die richtige Planung der Reisekasse. Was ein Reisezahlungsmittel bieten sollte.
Bonn (red) - Garant für einen sorgenfreien und kostengünstigen Urlaub ist die richtige Planung der Reisekasse. Doch ein Zahlungsmittel allein reicht für eine sorgenfreie Reise nicht aus. Wird die Karte beschädigt, gestohlen oder geht sie verloren, geht das Bargeld schnell zu Ende. Deshalb sollte man nie nur auf ein "Pferd" setzen: Nur die Kombination mehrerer für das Reiseland geeigneter Zahlungsmittel garantiert Sicherheit, rät die Postbank.
Das muss ein Reisezahlungsmittel können
Bei der Wahl des Reisezahlungsmittels sollte man mehrere Aspekte beachten. Das Zahlungsmittel muss sicher sein, es muss problemlos akzeptiert werden und sollte möglichst kostengünstig sein. Bei Zahlungsmitteln für die Reise haben Urlauber die Wahl zwischen Bargeld, Bankkarten (V PAY- oder Maestro-Karte), Kreditkarte, Reisechecks oder einer Sparcard.
Bargeld als Reisezahlungsmittel
Das Taxi zum Hotel, der Kaffee an der Bar, das Trinkgeld für das Servicepersonal - ein kleiner Handbestand an Bargeld gehört in jedes Urlaubsportemonnaie. Doch mehr als umgerechnet 100 - 200 Euro sollten es auf keinen Fall sein. Jeder im Hotelzimmer noch so gut versteckte Geldschein gehört aus Sicherheitsgründen besser in den Safe.
Vorsicht geboten ist beim Währungstausch außerhalb der Euro-Zone. Vor allem um Geldwechsler sollten Reisende einen großen Bogen machen. Selten kennt man das fremde Geld so gut, dass man Fälschungen erkennen würde. Der Tausch in Hotels und offiziellen Wechselstuben ist in der Regel sicher, jedoch sind die Kurse oft überteuert oder es wird eine Tauschgebühr erhoben. Sicherer und günstiger ist das Geldabheben am Automaten. Das gilt vor allem für gut erschlossene touristische Gebiete. Handelt es sich um ein exotisches Reiseziel, ist die Vorabinformation zu Hause Pflicht. Viele Kartenanbieter wie zum Beispiel VISA, MasterCard u.a. nennen die Standorte von Geldautomaten im Internet.
SparCard für Urlauber sehr beliebt
Finanztest empfiehlt Reisenden zum wiederholten Mal die Postbank SparCard für die kostengünstige Bargeldversorgung im Ausland. Laut Finanztest ist die Postbank SparCard auf Reisen äußerst beliebt. Zehnmal pro Jahr kann der Kunde an allen VISA Plus-Automaten entgeltfrei vom verzinsten Sparkonto abheben, danach werden 5,50 Euro pro Abhebung fällig. Nur bezahlen kann man mit der SparCard nicht.
Wie viel Geld der Urlauber pro Abhebung im Ausland erhält, hängt vom Betreiber des lokalen Geldautomaten ab und variiert von Land zu Land. In seltenen Fällen kann es leider vorkommen, dass lokale Geldautomaten-Betreiber eine zusätzliche Gebühr für die Nutzung des Geldautomaten verlangen. Dies wird dem Kunden beim Abheben vorher angezeigt. Die Postbank rät, in diesem Fall einen anderen Automaten zu benutzen.
Geld abheben und bezahlen mit der Bankkarte
Vor allem Beträge ab 50 Euro bezahlt die Mehrheit der Deutschen gern bargeldlos - also mit Bankkunden- oder Kreditkarte. Für das Bezahlen mit der Bankkarte haben mehr als sieben Millionen Akzeptanzstellen in Europa und elf Millionen weltweit die erforderlichen Terminals aufgestellt. Neben der großen Akzeptanz besticht die Bankkundenkarte durch ihre Sicherheit. Sie ist nur in Verbindung mit der persönlichen Geheimnummer (PIN) gültig. Bis Ende 2010 werden außerdem alle Karten mit einem EMV-Chip ausgestattet sein, der Kartenfälschungen wirksam verhindert.
Neben den bekannten Maestro-Karten geben einige deutsche Banken seit 2009 auch Bankkarten mit V PAY heraus. Durch den Einsatz der neuesten Kartentechnologie (Chip & PIN) bietet die V PAY-Funktion ein Höchstmaß an Sicherheit beim Bezahlen und Geldabheben im europäischen Ausland. Im Gegensatz zu herkömmlichen Karten können Betrüger gefälschte Karten nicht mehr benutzen, um im Ausland unberechtigt Geld vom Konto des Karteninhabers abzuheben.
Tipps für Bankkarten im Ausland
- Vor einer Auslandsreise sollten Urlauber bei ihrer Bank ihr Limit für Abhebungen am Geldautomaten im Ausland erfragen. Die Postbank bietet ihren Kunden die Möglichkeit, ihr Auslandslimit individuell festzulegen. Wird die Bankkarte nicht im Ausland genutzt, empfiehlt es sich, das Auslandslimit auf null zu setzen. So wird die Karte unattraktiver für Betrugsversuche.
- Bei Verlust oder Diebstahl einer Bankkarte sollte diese bei der Hausbank sofort gesperrt werden. Sofern ein Kunde nicht grob fahrlässig oder in betrügerischer Absicht gehandelt hat, muss er bei missbräuchlichem Einsatz seiner Karte mit maximal 150 Euro haften.
- Urlauber sollten vor Abreise in den Urlaub unbedingt ihre Girokarte bei der Bank auf einwandfreies Funktionieren prüfen lassen. Zum Jahreswechsel hatten Karten mit defektem Chip beim Bezahlen und Geldabheben zu unliebsamen Überraschungen für die Kunden geführt. Der Check für Postbank Kunden ist einfach: Entweder aktualisiert ein Mitarbeiter am Schalter die Karte oder der Kunde kann sie beim Geldabheben am Automaten ganz nebenbei reparieren lassen.
Kreditkarten: weltweit akzeptierte Reisezahlungsmittel
Bei mehr als 29 Millionen Akzeptanzstellen weltweit können Urlauber mit seiner VISA- oder MasterCard bezahlen. In Euro-Ländern fällt beim Bezahlen mit der Kreditkarte kein zusätzliches Entgelt an. Auch unter dem Sicherheitsaspekt ist der Einsatz der Kreditkarte empfehlenswert: Wird sie gestohlen, verhindert die sofortige Sperre bei der Bank den Missbrauch.
Tipps für Kreditkarten im Ausland
- In immer mehr Ländern wird beim Bezahlen mit der Kreditkarte die PIN verlangt, z.B. auch in England, Frankreich und den USA. Reisende sollten sich darauf einstellen und sich die Kreditkarten-PIN rechtzeitig merken.
- Auch für die Buchung einer Reise ist die Kreditkarte das perfekte Zahlungsmittel. Viele Karten enthalten z.B. Reiseversicherung, mit denen man im Urlaub bestens geschützt ist und die bei separatem Abschluss über das Reisebüro bis zu 100 Euro extra kosten können.
- Kunden wird empfohlen, alle Rechnungsbelege aufzuheben und später zu kontrollieren. Bei unrechtmäßigen Buchungen sollten Karteninhaber sich möglichst sofort mit der Bank in Verbindung setzen.
Reiseschecks: Sicherer als Bargeld und weltweit gültig
Das große Plus der Reiseschecks ist ihre Sicherheit. Direkt beim Erwerb unterschreibt der Urlauber die Schecks. Gegen eine zweite Unterschrift vor den Augen des Empfängers kann er sie im Urlaubsland eintauschen. Für das Einlösen fällt keine zusätzliche Gebühr an. Gehen die Reiseschecks verloren oder werden sie gestohlen, erhalten Urlauber in der Regel innerhalb von 24 Stunden kostenlos Ersatz. Erstattet wird immer der volle Betrag. Nach der Verlustmeldung schickt die Bank die neuen Schecks umgehend in das nächstgelegene American-Express-Büro oder direkt in das Hotel des Urlaubers. Kauft der Urlauber Reiseschecks in einer Fremdwährung, kann er sie nach der Reise zum aktuellen Tageskurs gegen eine Provisionsgebühr bei Banken oder Wechselstuben zurücktauschen oder zur Gutschrift auf sein Girokonto einreichen. Da sie unbegrenzt gültig sind, ist auch eine Aufbewahrung bis zum nächsten Urlaub empfehlenswert.
Für den Notfall: Bargeld ins Ausland schicken
Manchmal muss Geld ganz schnell über die Grenze - zum Beispiel bei Verlust der Reisekasse oder als Barzahlung für den Ferien-Arzt. Western Union direkt ist für diese Fälle der einfachste und schnellste Weg. Mit Hilfe des Postbank Partners Western Union ist die Bargeldübermittlung an mehr als 355.000 Auszahlungsstellen in 200 Urlaubsländer weltweit innerhalb von Minuten möglich.
Das Geld wird in Deutschland in einer Filiale der Postbank oder der Deutschen Post bar ein- und im Ausland bar ausgezahlt. Praktisch, wenn jemand zum Beispiel im Urlaub schnell finanzielle Unterstützung benötigt oder für Menschen, die Familienangehörigen im Ausland helfen möchten.
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